Was ist Leben (Teil II)

Weitere Überlegungen…..

Leben ist zum einen das, was uns Menschen als individuelle, isolierte, komplexe, biologische Systeme vor anderen auszeichnet.

Leben ist zum anderen der Prozess, mit dem oder wie wir das Verhältnis zu unserer Umwelt gestalten (lassen).

Mit diesem zweiten Aspekt möchte ich mich jetzt befassen.

Die zentralen Begriffe sind Aufmerksamkeit, Bewusstsein, Sinne, Wahrnehmung und insbesondere Wahrnehmungsfilter.

Wir nehmen alles, was sich in unserem direkten Umfeld befindet, über unsere Sinne wahr:
Ich sehe den Laptop auf meinem Schreibtisch, ich höre das Ticken unserer Uhren, ich rieche den Geruch nach Knoblauch aus der Küche, schmecke den Wein und fühle die Tasten, mit denen ich diesen Text schreibe.

Von all dem, was außerhalb meiner selbst, sozusagen als objektive Realität, existiert, kann ich nur das wahrnehmen, was meine Sinnesorgane zu mir „durchlassen“.
Bis zu einem gewissen Grad kann ich die Empfindlichkeit meiner Sinnesorgane trainieren und sogar zur Basis meiner Berufung machen:
Wunderbare Malt Whiskys, Weine, Kochrezepte oder auch Parfums komponieren, mein Gehör trainieren etc.

Die Sinnesorgane anderer Lebewesen, wie die von Hunden oder Fledermäusen, sind anders geartet: Die von ihnen wahrgenommene Realität ist eine andere.

Unsere Wahrnehmung von Realität ist also untrennbar gebunden an das Vermögen unserer Sinnesorgane, Reize aus unserer Umwelt verarbeiten zu können.

Eine weitere Einschränkung in der Wahrnehmung der „objektiven Realität“ erfolgt durch die Limitierung unserer kognitiven Leistungen: Pro Zeiteinheit strömen viel mehr Reize auf uns ein, als wir mit unseren Möglichkeiten überhaupt verarbeiten können.
Mit anderen Worten: wir wählen notgedrungen aus.

Und dies tun wir sowohl bewusst als auch unbewusst.

Eine bewusste Auswahl treffen, heißt: seine Aufmerksam ganz gezielt auf etwas richten, sich zu fokussieren, auf das Fokussierte zu konzentrieren und alles andere aus dem „Aufmerksamkeitsfeld“ auszublenden: In der Schule der Lehrerin aufmerksam zuhören, sich auf das Schreiben eines Textes zu konzentrieren, sich ganz der Partnerin zu widmen etc.

Aber auch unbewusst treffen wir eine Auswahl: Wenn ich im Liegestuhl in der Sonne vor mich hindöse, hänge ich vielleicht meinen Gedanken nach und überhöre das Vogelgezwitscher um mich herum, oder hörend werde ich auf einen Schwarm ziehender Kraniche aufmerksam aber es dringt nicht bis ins Bewusstsein und Gedächtnis vor.

Vor gerade mal drei Wochen habe ich erneut die Stadt Valparaiso in Chile drei Tage lang erlaufen.

Meine Begeisterung über diese Stadt kennt keine Grenzen:
Valparaiso liegt in einer Meeresbucht und zieht sich an knapp zehn sie umgebenden Hügeln hoch, hat sozusagen eine Unter-, eine Mittel- und eine Oberstadt.
Valparaiso ist eine sehr bunte Stadt: Hier kommen sehr viele Graffiti-Künstler hin.
Valparaiso ist eine Stadt großer Gegensätze von reich und arm.

Und so weiter; ich könnte noch viel mehr aufzählen.

Jemand anders würde Ihnen diese Stadt vermutlich ziemlich anders schildern und noch jemand anders wieder anders.

Und das ist der entscheidende Punkt:
Wir alle haben unterschiedliche Wahrnehmungsfilter, die dazu führen, dass wir die uns umgebende „objektive Realität“ unterschiedlich wahrnehmen und hierüber alle unsere eigene Wahrheit konstruieren.

Was ich zum Zeitpunkt X bewusst von meinem Umfeld wahrnehme, ist für mich wahr.
Was jemand anders zum gleichen Zeitpunkt bei der Betrachtung des gleichen Umfeldes wahrnimmt, ist für ihn ebenso wahr, auch wenn das von ihm Wahrgenommene von dem meinen abweicht.

Wir können uns über unsere Wahrnehmungen austauschen, unsere jeweiligen Wahrheiten anerkennen, zusammen einen gemeinsamen Kern herausarbeiten und diesen dann als unsere gemeinsame Wahrheit definieren:
Wahrheit ist ein soziales Konstrukt.
Was hat dies nun alles mit der Eingangsfrage „Was ist Leben?“ zu tun?

Als Antworten schlage ich vor:

  1. „Das Leben“ ist all das, was auf der Erde passiert, als wenn ich nicht existierte.
  2. „Mein Leben“ ist meine individuelle Wechselwirkung mit „dem Leben“.
  3. „Mein Leben“ ist dadurch bestimmt, wie ich mich selbst wahrnehme, wie ich mein Umfeld wahrnehme und wie ich aus diesen beiden Wahrnehmungen heraus mein Verhältnis zu meinem Umfeld gestalte.

[für Personalentwickler: erkennen Sie die Grundstruktur von „DISG“?]
Wie ich meine Umwelt wahrnehme und wie ich das Verhältnis zu meinem Umfeld gestalte, liegt ja nun nicht von Beginn an in meiner Hand, in meiner Verantwortung, sondern in der meiner Eltern, ggfs. Geschwister, Großeltern, Freunde, Lehrer etc. etc.

Mit andern Worten: Wie ich meine Umwelt wahrnehme und wie ich lerne, mit ihr zu interagieren, ist wesentlicher Bestandteil meiner Sozialisation, meines Erwachsenwerdens. Von klein an wird meine Aufmerksamkeit von anderen Menschen auf Dinge gelenkt, die diese für wichtig erachten; und alle diese Menschen tragen einen Teil der Verantwortung dafür, wie es mir später gelingen wird, mein Leben selbst zu leben.

Genauer noch:
Ich lerne in meiner Säuglings- und Kindheitsphase über die verbalen und emotionalen Rückmeldungen meines direkten Umfeldes, was gut für mich ist und was nicht, wann ich Glück empfinde und wann negative Gefühle wie Angst, Schmerz etc.

Und ich lerne, Situationen zu vermeiden, in denen ich mich nicht gut fühle und umgekehrt: Situationen zu suchen, in denen ich mich gut fühle, ich zufrieden, glücklich bin.

So gestalten wir unsere eigenen Grenzen, innerhalb derer wir uns wohl, komfortabel, fühlen und an deren Rändern wir in Stress geraten: unsere individuellen Komfortzonen.
Da wir unsere geistigen, mentalen Fähigkeiten erst im Lauf der Zeit, und durchaus unterschiedlich, ausbilden, können wir uns – und das betrifft ALLE Menschen – erst ab einem gewissen Alter mental mit unseren eigenen Grenzen auseinandersetzen. Dies ist quasi unsere Erbsünde.

Ob wir uns später, und ab wann, mit unseren eigenen Grenzen bewusst auseinandersetzen, sie als Grenzen (an-)erkennen oder uns von ihnen befreien wollen, ist dann eine andere Frage.

Uns jedoch von unseren eigenen Grenzen zu befreien, unsere Komfortzone nieder zu reißen, heißt im Grunde genommen nichts anderes, als dass wir uns von allen „auferlegten“, unnatürlichen, Wahrnehmungsfiltern befreien, und „das Leben“ oder die „objektive Realität“ in seiner/ihrer ureigensten Originalität, erleben dürfen.

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Von unseren Egos zu unserem Selbst (VIa)

Die Türen auf dem Weg aus unseren Containern heraus.
Vom Streben nach Souveränität:

“Das Streben nach Souveränität wird getrieben durch Erlangen von Herrschaft

– über die innere Welt,
– die äußere Welt,
sowie königlicher Macht über
– die äußere Welt und
– die innere Welt.“

Herrschaft über die „innere Welt“ zu erlangen, heißt, gegen die Kräfte vorzugehen, die uns in dem jetzigen Zustand belassen und die wir gruppieren können in Kräfte gegen unseren Körper, gegen unseren Verstand, gegen unsere Emotionen und gegen unseren Willen.

Die Kräfte, die gegen unseren Körper wirken, sind die, die unser Leben verkürzen, unsere Energien verbrauchen und unsere Sinne einlullen. Drogen, legale oder illegale, fallen in diese Kategorie oder auch kulturelle Gewohnheiten, die z.B. junge Frauen in die Anorexie treiben.

Es geht darum, durch Selbstbeobachtung diese Faktoren zu erkennen, sie abzustellen und stattdessen ein Trainingsprogram durchzuführen, das zu Körperbeherrschung führt. Am besten geeignet sind hier Selbstverteidigungstrainings oder auch Tanz.

Kräfte, die gegen unseren Verstand arbeiten, sind Angewohnheiten des Nicht-Denkens, die wir uns angeeignet haben und die durch die ungeheure Flut von Informationen, der wir durch zahlreiche Medien ausgesetzt sind, nur noch unterstützt werden. Wir lesen Zeitungen, schauen Fern, surfen im Netz und glauben, dass das, was durch uns durch „rauscht“, auch Objekt unseres Denkens sei.
Wir reduzieren unseren Medieninput und setzen fortan auf die Inhalte solcher Medien, die unser Denken herausfordern. Im zweiten Schritt lernen wir etwas Neues, z.B. eine weitere Fremdsprache oder ein Instrument zu spielen und  trainieren  unser Erinnerungsvermögen.

Kräfte gegen unsere Emotionen sind unsere Angewohnheit, Gefühle „als von außen“ angeregt anzusehen. Wir sind gewohnt, zu weinen, zu lachen, in Filmen Ängste zu empfinden, Filme, für deren Besuch wir gutes Geld bezahlen. Aus ökonomischen Gefühlen lassen wir uns „von außen“ zu Gefühlen hinreißen (wie gut wir DAS und den Einfluss von Werbung kennen!).

Der erste Schritt besteht darin, uns das bewusst zu machen. Im nächsten Schritt gehen wir gegen Ängste und Phobien an: steigen z.B. doch mal in den Fahrstuhl und fahren wenigstens bis in die erste Etage, oder gehen gegen unsere Angst vorm Fliegen oder Hunden an.
Ziel ist: Wir folgen nicht länger unseren Emotionen, sondern unsere Emotionen folgen uns.

Kräfte gegen unseren Willen sind unser oftmals blinder Gehorsam bezüglich äußerer Symbole und Signale. Seien es staatliche Organe, seien es kirchliche Organe, seien es alle Normen und Regeln der Art „Das tut man nicht“ oder „Das gehört sich nicht“.

Ein bewusstes Agieren dagegen macht uns Menschen bewusst, in welchen Korsetten wir uns eigentlich befinden und führt zu einer kritischeren Haltung gegenüber „blindem Gehorsam“.
Im Grunde genommen handelt es sich hierbei um eine nur unterschiedlich formulierte Aufforderung, NEIN sagen zu lernen. Nicht immer norm-konform zu handeln ist deutlich etwas anderes, als illegal zu handeln; dies nur als Hinweis.

„Herrschaft über die innere Welt“ heißt: Was man tut, ist Realität und „macht Sinn“.

Wir alle kennen dieses Gefühl von innerer Stärke, dieses Gefühl, „am Leben zu sein“ und dass unsere Welt eine sinnvolle Welt ist.
Es sind rare Momente und oftmals schreiben wir sie äußeren Einflüssen zu, vielleicht sogar mystischen oder göttlichen Quellen.

Wenn wir entdecken, dass wir diese Momente durch unseren eigenen Willen haben können, haben wir mit der „Herrschaft über unsere innere Welt“ begonnen.

Der Name für diese Aufgabe ist: Das Streben nach Bedeutung, nach Sinn.

Fällt Ihnen auf, dass wir hier die Aufforderung „Raus aus der Komfortzone“ „nur“ in anderer Formulierung vorliegen haben?

Wir beherrschen unsere „innere Welt“ dann, wenn wir lernen, diejenigen Kräfte zu beherrschen, die uns immer wieder zurück in unsere Komfortzone treiben.
Und – so wie hier – ganzheitlich betrachtet, arbeiten diese Kräfte gegen unsere Emotionen, gegen unseren Körper, gegen unseren Verstand und unseren Willen.

Von unseren Egos zu unserem Selbst (II)

Wie können wir durch Zerstörung unserer Komfortzone an unser SELBST und eine uns völlig unbekannte Freiheit gelangen?

Nach einer ersten Betrachtung aus Sicht der Psychologie (C.G.Jungs) nun eine Betrachtung aus Sicht der Pädagogik.

Ich beziehe mich hierbei auf zwei Bücher meines ehemaligen Professors aus Kaiserslautern, Rolf Arnold:

„Ich lerne, also bin ich. Eine systemisch-konstruktivistische Didaktik“, 2007
und
„Seit wann haben Sie das? Grundlinien eines Emotionalen Konstruktivismus“, 2009.

Rolf Arnold benutzt anstelle des (etwas verwirrenden) Begriffs „Komfortzone“ den des „Containers“.
Wir alle leben in unseren Containern, in den „vertrauten Beengungen unserer Erfahrungen“.

„Das eigene Leben als Wiederholung – nur wenigen Menschen fällt dies auf, und noch wenigere vermögen daraus Konsequenzen für ihre eigene Lebensführung zu ziehen und aus sich selbst erfüllenden Prophezeiungen, welche oft vorgegebene Befürchtungen sind, wirklich auszusteigen. Denn die bei einem solchen Ausstieg zu ziehenden Konsequenzen sind unbequem: sie setzen einen Abschied vom Vertrauten voraus. „

Ich möchte zur weiteren Erläuterung noch den Begriff „Stress“ (in seiner negativen Ausprägung) mit ins Spiel bringen:

Ich befinde mich in einer Situation („Reiz“) und reagiere („Reaktion“)  darauf entweder

Stressfrei:
– Die Situation ist mir so gut bekannt, dass ich unbewusst richtig handle;
– Die Situation ist so, dass ich bewusst ein gelerntes Verhalten anwenden kann und „richtig“
handle;
– ich reagiere „kontrolliert“;
– ich habe mich „im Griff“
– bin emotionslos oder
– fühle mit wohl….bis sehr wohl.

Oder gestresst:
– Die Situation ist so, dass ich mich unwohl…bis hin zu panikartig fühle;
– ich reagiere „unkontrolliert“;
– ich habe mich nicht „im Griff“;
– ich reagiere emotional, „Schattengespeist“;
– ich muss (viel) Energie aufwenden, um mich zu beherrschen;
– es könnte sein, dass ich einen Wutanfall bekomme oder
– in Tränen ausbreche.

Kann ich stressfrei reagieren, befinde ich mich offenbar in meinem Container, in meiner Komfortzone: Hier fühle ich mich sicher, hier kann mir nichts geschehen. Hier möchte ich eigentlich immer sein. [„Ich möchte so bleiben, wie ich bin“…..“Du darfst“!!!]

Reagiere ich gestresst, befinde ich mich offenbar mehr oder weniger weit außerhalb meiner Komfortzone, meines Containers. Aus dieser Situation möchte ich schnell wieder hinaus, heim in sichere Gefilde. Weil ich unbewusst auf eine Art reagiere, die mir nicht gut tut, oder weil ich zwar bewusst reagiere, mich aber über die Art meiner Reaktion schäme, aber noch nicht über andere Handlungsoptionen verfüge.
Hier wird offenbar gegen meine Glaubenssätze gehandelt und das bringt mich in Stress, macht mich wütend oder auch traurig.

Und hier schließt sich wieder der Kreis: Es liegt einzig in meiner Hand und Verantwortung, die mich stressenden Situationen zu beobachten und mich zu entscheiden:

Möchte ich mich selbst dahingehend verändern, dass ich künftig in ähnlichen Situationen freier, d.h. ohne Stress agieren kann?

Aber:
„Selbstveränderung ist kein leichtes Unterfangen: „Warum soll ich mich selbst verändern?“ fragen sich viele, und auch die Frage „In welche Richtung soll ich mein Selbstbild und meine typischen Reaktionsweisen verändern und warum?“ zeigt, in welche Orientierungslosigkeit und das Projekt „Selbstveränderung“ zu bringen scheint.
Wir brauchen Entschlossenheit, uns neu zu erfinden. Indem wir die unser Verhalten prägenden Muster erkennen, begreifen wir, seit wann wir diese haben, und können uns fragen, ob wir sie hinter uns lassen wollen. Damit entstünden vielfältigere Möglichkeiten – für uns selbst und für die anderen, die uns erleben und denen wir uns zumuten, so, wie wir sind.“

Rolf Arnold zitiert Tara Bennett-Goleman, die wiederum fünf Gewohnheiten benennt, welche uns daran hindern, „unseren Blickwinkel zu erweitern und flexibel zu reagieren“. Um aus den durch diese Schemata eingeengten Denk- und Fühlweisen auszusteigen, brauchen wir eine „Aufklärung über Schemata“, damit wir ihre Funktionsweise (er)kennen und sie entsprechend reflexiv bei der eigenen Person in den Blick nehmen und bearbeiten können. Ziel ist es dabei, „sich selbst zu erkennen.  Schemata umfassend zu begreifen“ – so Bennett-Goleman – „ist ein erster Schritt, um uns aus diesen geistigen Gefängnissen zu befreien“.

NLP’ler sprechen hier von „Reframing“, einem „Umdeuten“.

Emotionale Schemata nach Bennett-Goleman:

Selektive Wahrnehmung
Dinge nur in einer Art und Weise sehen und alle Anhaltspunkte für das Gegenteil ignorieren.
Beispiel: Perfektionist mit guter Note grübelt über die eine kritische Bemerkung.

Übergeneralisierung
Ein einziges Erlebnis ist gleichbedeutend mit einem dauerhaften Muster.
Beispiel: „Mir wird nie etwas gelingen“.

Gedankenlesen
Sich an willkürliche Erklärungen klammern, als sei ihre Wahrheit erwiesen.
Beispiel: Verspätung des Freundes wird als sein Wunsch, die Freundin zu verlassen, gesehen.

Vorschnelle Schlussfolgerungen ziehen
Schlimmste Befürchtungen werden trotz fehlender Beweise als wahr angesehen.
Beispiel: Automatisch unterstellen: „Niemand will mit mir reden“.

Übertreibung
Kleinigkeiten zur Katastrophe hochspielen.
Beispiel: Kratzen im Hals wird als Hinweis auf lebensbedrohliche Situation gesehen.

„Der Abschied von „den absurden Gewohnheiten“, aus denen unsere Containerwelt aufgebaut ist, bringt uns aus dem inneren Gefängnis unserer pseudoautonomen Welt hinaus. Dabei führt uns der Weg durch mehrere Türen, die uns auch eine neue Substanz des Sich-in-der-Welt-Fühlens eröffnen.“

Soweit Rolf Arnold aus den beiden oben genannten Quellen.

Bleiben Sie dran…..

Genoio, hoios essi….. Werde, der Du bist.

Erkenne dich selbst!

Mein geplantes Buch heisst: Gnothi Seauthon 2.0
Ja. Genau damit geht’s auch weiter.

Dieser zweite, schon sehr alte Appell, klingt ja irgendwie merkwürdig:

Wie kann ich das werden, was ich bin?
Heißt das im Umkehrschluss: Ich bin nicht, der ich bin?
Erinnert mich an so manch kryptische Formulierung aus Sartres „Das Sein und das Nichts“: „Ich bin, der ich nicht bin und ich bin nicht, der ich bin.“

Was für ein heilloses Durcheinander.

OK. Fangen wir mal an.
Wie beantworte ich mir selbst die Frage: „Wer bin ich (eigentlich)“?
Hmmm. Zu schwer?

Wie antworten wir denn auf die Frage anderer: „Wer bist du?“ oder „Wer sind Sie?“
Hier fällt die Antwort vielleicht leichter, weil wir alle diese Frage vermutlich schon hunderte Mal und immer ein bisschen anders beantwortet haben. Je nachdem, WER uns diese Frage in welchem KONTEXT gestellt hat. Der Kontext bestimmt ja die Art der Information, die von uns gewünscht wird. Und die ist nun mal in einer Polizeikontrolle eine andere als die in der Vorstellungsrunde eines Trainings oder der Vorstellung als neuer Nachbar in der Nachbarschaft. Behörden wollen wieder andere Informationen und Facebook möchte schließlich noch andere.
Je nachdem, wer fragt, geben wir unterschiedliche Informationen über uns preis:
Name, Name und Adresse, Name, Adresse und KFZ-Nr., Name und Fähigkeiten oder Talente, unsere Rentenversicherungsnummer, unsere Staatszugehörigkeit, unsere Religion etc. etc.
Nach welchen Kriterien welches Datenbanksystem welcher Organisation auch immer aufgebaut ist, immer sind wir zum Nutzen derjenigen, die Daten über uns speichern, unterscheidbar oder, wenn Sie so wollen, einzigartig identisch.

Sagen wir: Wir haben jeder unsere öffentliche Identität, die letztlich aus all den Daten besteht, die ich oben beispielhaft genannt habe – und natürlich noch vielen, vielen mehr.

Nun gilt:
Mein Name ist Karl-Heinz Thunemann.
Aber ich bin nicht mein Name.
Meine Staatsangehörigkeit ist Deutscher.
Aber ich bin nicht meine Staatsangehörigkeit.
Mein Beruf ist Trainer.
Aber ich nicht mein Beruf.
Mein Hobby ist Segeln.
Aber ich bin nicht mein Hobby.

Ich habe einen Namen, ich habe eine Staatsangehörigkeit, ich habe einen Beruf, ich habe ein Hobby.
Ich BESITZE diese Eigenschaften. Aber ich BIN NICHT diese Eigenschaften.

Und die konkreten Ausprägungen dieser Eigenschaften für mich habe ich mir nicht einmal alle selbst aussuchen können.
Karl-Heinz Thunemann ist meine Ausprägung der Eigenschaft Name.
Und die habe ich von meinen Eltern erhalten.
Und meine spezifische Ausprägung der Rentenversicherungsnummer habe ich von der Rentenkasse erhalten, die konnte ich mir auch nicht aussuchen.

Das heißt aber doch, wenn wir mal auf unseren Lebensbeginn zurückschauen:
Je komplexer im Lauf unserer Entwicklung sich unser soziales Umfeld gestaltet, desto mehr Eigenschaften nehmen wir an mit ihren entsprechenden, für uns gültigen,  „Werten“.

Das heisst auch im Umkehrschluss:
Je weniger komplex unser soziales Umfeld ist, desto weniger Eigenschaften haben wir.

In jedem Bereich unseres sozialen Umfeldes übernehmen wir – gewollt oder ungewollt – bestimmte Rollen.
Die erste, die wir übernehmen, ist „Tochter“ oder „Sohn“ und vielleicht „Geschwisterkind“.
Wenig später sind wir „Deutscher Staatsbürger“, wahrscheinlich auch „Täufling“ einer der Kirchen, wenig später „Kindergartenkind“ und „Freund“ oder „Freundin“, später „Schülerin“ usw. usf.

Und jeder unserer Rollen sind einige der oben erwähnten Eigenschaften zugeordnet und diesen wiederrum unsere konkreten Ausprägungen (oder Daten).
Unsere öffentliche Identität hängt also eng mit den Rollen zusammen, die wir im Lauf unseres Lebens annehmen (und behalten). Oder:
Unsere öffentliche Identität ist die Gesamtheit aller Rollen, die wir zum Betrachtungszeitpunkt X innehaben.

Wir bekommen oder übernehmen unterschiedliche Rollen von klein auf.
Und an jede dieser Rollen stellen andere Menschen Erwartungen.

So stellt der Vater möglicherweise andere Erwartungen an sein Kind, als die Mutter dies tut.
Das kleine Kind sieht sich also bereits in der Familie unterschiedlichen Erwartungen ausgesetzt. Es bemüht sich, diese Erwartungen alle zu erfüllen, denn dann wird es belohnt.
Bereits hier fängt das Kleinkind an, „das Leben Anderer“, nämlich das von seinen Eltern gewünschte (oder sogar erzwungene), zu leben“. Sind die Erwartungen dann auch noch unterschiedlich, ist die Situation für das Kind ungleich schwieriger.

Und so, wie im Lauf unserer Sozialisation, also ca.  bis zu unserem 18. Lebensjahr, immer mehr Rollen und damit immer mehr Erwartungen Anderer auf uns zu kommen, lernen wir, in unserem jeweiligen sozialen Umfeld zu „funktionieren“.
Tun wir dies nicht, drohen in der Regel Sanktionen.

So entstehen z.B. unsere Glaubenssätze.
Über lange Jahre und oft gekoppelt an für uns unangenehme emotionale Situationen.
(Wenn ich „Nein“ sage, kriege ich ja wieder „Stubenarrest“ – so hieß das bei uns früher;-)
Und so haben wir Techniken, resp. Verhaltensweisen entwickelt, wie wir diese für uns stressigen Situationen umgehen konnten: Wir haben nicht gehandelt, wie wir eigentlich wollten, sondern so, wie es Andere von uns wollten, um Stress, um Konflikte etc. zu vermeiden.
Auf diese Art und Weise haben wir uns selber eine Art unsichtbaren Käfig um uns herum aufgebaut, in dem wir uns einerseits sicher und komfortabel eingerichtet haben, der uns andererseits aber auch in unserer Freiheit z.T. massiv einschränkt.
Dieser Käfig wird auch manchmal „Komfortzone“ oder „Container“ genannt.

Und nun prüfen Sie sich mal selbst:
– Was macht Ihre Komfortzone aus?
– Und was fühlen Sie, wenn Sie sich an den Rand Ihrer Komfortzone begeben?

Der Begriff „Rolle“ hat natürlich viel mit der Schauspielerei zu tun:
Sie übernehmen die Rolle „Kind“, sie spielen (wieder) die Rolle „Kind“.
Sie übernehmen die Rolle „Trainer“, sie spielen wieder den „Trainer“.

Sie übernehmen die Rolle „Führungskraft“, sie spielen (zuhause mal wieder) die „Führungskraft“.

Ich behaupte, jede Ihrer Rollen hat ihre eigene Komfortzone, gebildet aus den Erfahrungen, die Sie in der jeweiligen Rolle machen.
Ich sage – für meinen Sprachgebrauch (!) – Die Summe aller Konzepte, von Wissen, Erfahrungen und Gefühlen, die Sie in einer Rolle haben oder machen, macht Ihr jeweiliges, Rollenspezifisches Ego aus.
D.h. ich gehe davon aus, dass wir alle, gemäß unseren unterschiedlichen Rollen, auch mehrere und unterschiedliche Egos haben.
Und je nachdem, wie stark wir unsere Rollen wahrnehmen, spielen, desto mehr oder weniger stark sind auch unsere diversen Egos ausgeprägt.

Die Summe meiner Egos macht MICH aus.
Ich bin die Summe meiner Egos.
Das bin ICH als Persönlichkeit.

Und je nachdem, wo ich gerade bin, schimmert die eine oder andere Facette (das eine oder andere Ego) unserer Persönlichkeit gerade durch.

Jetzt sind wir nahe dran.

Erinnern Sie sich an oben?
Analog können wir sagen:
Ich habe die Rolle „Kind“.
Aber ich bin nicht diese Rolle.
Ich bin nicht mein Kind-Ego.

Ich habe die Rolle „Abteilungsleiter“.
Aber ich bin nicht diese Rolle.
Ich bin nicht mein Abteilungsleiter-Ego.

Ich habe die Rolle „Karate-Trainee“.
Aber ich bin nicht diese Rolle.
Ich bin nicht mein Karate-Trainee-Ego.

Was wäre denn, wenn wir „von jetzt auf gleich“ alle (!) unsere Rollen ablegen könnten?
Ja. Was dann?

Dann bin ich „nur noch“ der, der sich all dessen bewusst ist.
Das bin dann ich. Reines Bewusstsein.
Das ist mein SELBST.

Werde, der du bist.
Werde du selbst.
Werde wieder du selbst.

So gesehen, macht dieser Appell Sinn, oder?

Ein Stufen- oder Reifegradmodell?

Erkenne dich selbst!

Mein geplantes Buch heisst: Gnothi Seauthon 2.0
Gnothi Seauthon: Griechisch; „Erkenne dich selbst“ – ein schon sehr alter Spruch.
Gnothi Seauthon 2.0: Was könnte dies für uns heute, in der Welt des Internet bedeuten?

Ich kann mit dieser Aufforderung sehr unterschiedlich umgehen:

Stufe-1:
Ich bin jemand, der davon nie gehört hat.
Ich bin jemand, der zwar davon gehört hat, dem dieses Thema aber „am Arsch vorbei geht“
und der deshalb keine weitere Minute in dieses Thema investiert.

Stufe-2:
Ich bin jemand, der davon nie gehört hat.
Der aber im Rahmen seines Lebens Feedback anderer über sich selbst erhält und sich dann möglicherweise fragt: „So bin ich (auch)“?   oder denkt: „Quatsch – die können mich mal“. Der also auf Aspekte seiner selbst von anderen aufmerksam gemacht wird, es aber nicht für sich als Lernchance akzeptiert.

Stufe-3:
Ich habe davon gehört.
Und ich habe angefangen (oder bin dabei), auf mich selbst aufmerksamer zu werden.
Ich achte auf meine work-life-balance, schaue also, dass mein Berufs- und mein Privatleben in einem ausgewogenen Verhältnis zueinander stehen.
Was ich hier mache, findet noch vorwiegend auf analytische, intellektuelle Art, auf der Verstandes-ebene statt.

Stufe-4:
= Stufe-3 und zusätzlich:
Ich nehme mein Leben in die eigenen Hände, frage mich: „Was ist mir wirklich wichtig?“ und beginne, mein Leben ganzheitlich zu sehen und Prioritäten zu setzen.
Ich bin jetzt gewohnt, ausgehend von der (trivialen) Feststellung, nur ein Leben zu haben, darauf zu achten, dass mein Leben auch so verläuft, wie ich mir das selber vorstelle und wünsche.
Ich beginne, mir Ziele zu setzen. Ich bin mir jetzt bewusst, was mir selbst WICHTIG ist und mache diese Erkenntnis zum Leitprinzip meiner Zukunft.
Ich mache mir meine Werte und  (alten) Glaubenssätze bewusst und stelle sie auf den Prüfstand: Taugen sie noch oder muss ich sie loswerden oder ggf. auch durch neue ersetzen?
In dieser Stufe arbeite ich auch an meinen eigenen Emotionen, d.h. ich mache diese ebenfalls zum Gegenstand meiner rationalen Betrachtungen und zum Teil auch schmerzhaften Erfahrungen.

Stufe-5:
= Stufe-4 und zusätzlich:
Ich bin mir bewusst, was es für mich bedeutet, glücklich zu sein.
Ich kenne meine „Stressoren“, also „das“, was mich in negativen Stress bringt und arbeite an einem Abbau oder auch besseren Umgang damit.
Und ich bin in der Lage, mir auszumalen, was Glück für mich in 20, 40, 60,80 Jahren bedeutet.
Und aus diesen Vorstellungen leite ich konkrete Ziele ab, die ich erreichen muss, damit ich meine Glücks-Vorstellungen auch erreiche.
Und mir gelingt es zunehmend besser, meine diesbezüglichen Vorstellungen auch zu verwirklichen.
Um mit Prof. Reiss zu sprechen: Ich habe eine Phase in meinem Leben erreicht, in der ich mein „Wohlfühl-Glück“ fast komplett durch ein „Werte-basiertes Glück“ ersetzt habe.

 
Intermezzo:

Das, was ich bisher beschrieben habe, möchte ich
„Die verschiedenen Stadien von Selbstführung“ nennen.

Um mit Jens Corssen [„Der Selbstentwickler“] zu sprechen:
Die bisher beschriebenen Stufen handeln von „Selbst-Verantwortung, Selbst-Bewusstheit, Selbst-Vertrauen und Selbst-Überwindung“.

Selbst-Verantwortung:
Ich nehme mein Leben in meine eigenen Hände.

Selbst-Bewusstheit:
Ich mache mich selbst zum Gegenstand meiner Aufmerksamkeit.

Selbst-Vertrauen:  
Ich kenne mich und kann mir vertrauen, ich kann mich auf mich selbst verlassen.

Selbst-Überwindung:
Ich höre damit auf, (psychische/psychosomatische) Schmerzen vermeiden zu wollen
oder mit anderen Worten: Für mich hat das Wort „Komfortzone“ zunehmend weniger Bedeutung.
Rückblickend auf mein Arbeitsleben im Großkonzern möchte ich sagen:
Wer andere führen will, sollte sich erst einmal selber führen können.

Also: Umbau der existierenden Führungskräfte-Entwicklungsprogramme?
Ich plädiere unbedingt dafür: Einstieg in die Führungslaufbahn ist der Nachweis, erfolgreicher Selbst-Entwickler zu sein.
Das wäre doch mal was.

Ist damit nun „Gnothi seauton“ abgeschlossen?
Bis hierhin und nicht weiter?
Schluss mit Selbstentwicklung?
Aber nein!

Selbstentwicklung ist nie zuende.

Was jetzt folgen kann, auf Basis des Bisherigen, ist das, was bereits seit sehr langen Zeiten verstanden wird, wenn es heißt: „Werde, der du bist“.

Werde, der du bist.

Davon mehr in den nächsten Postings.

Ja ja, die Glaubenssätze…

Glaubenssätze sind unsere innersten, tiefsten Überzeugungen und Wahrheiten.

Und das Irre ist: Sie sind NICHT permanenter Bestandteil unseres Denkens.
Oder können Sie sich Ihre Glaubenssätze jederzeit als Katalog in Ihr Bewusstsein rufen?

Wenn ich sage: „Denken Sie jetzt nicht an einen Elefanten“, ist das Ergebnis klar.
Natürlich haben Sie sofort einen Elefanten vor Ihrem geistigen Auge.

Wenn ich aber sage: „Denken Sie jetzt nicht an Ihre Glaubenssätze“, dann sieht die Situation vermutlich für die meisten von uns ganz anders aus. Da kommt nichts, jedenfalls nicht spontan.

Für meine Leser, die mit dem „Johari-Fenster“ vertraut sind, sage ich:
Unsere Glaubenssätze sind Bestandteil des vierten Quadranten, in dem sich all das in uns befindet, das weder anderen Menschen, noch uns selbst zugänglich ist.

Unsere Glaubenssätze befinden sich außerhalb unseres Bewusstseins, sind unserem Verstand nicht direkt zugänglich, aber wir können sie „ausgraben“, indem wir unsere ganze Aufmerksamkeit auf sie, auf uns lenken.

Wenn ich mir z.B. die Frage stelle:
„Woran glaube ich eigentlich ganz fest?“

Dann ist zumindest eine meiner spontanen Antworten:
„Ich glaube ganz fest daran, dass ich auf der Welt bin, um anderen Menschen zu nützen“.

Anderen nützen, helfen, Gutes tun, wohl sein, ….Was ist das? Woher kommt das? Warum bin ich so?

Meinen eigenen Erinnerungen nach, war eine solche Frage nie Bestandteil von Diskussionen in unserer Familie. Klar: „Edel sei der Mensch, hilfreich und gut“. Kennen wir alle. Philosophische Betrachtungen zu Altruismus hat es nie gegeben.
Zweifellos haben meine Eltern mir ein solches Handeln vorgelebt.
Was ich aber sagen will: Es war nie Bestandteil einer zu irgendeinem Zeitpunkt besprochenen Erziehungsmaßnahme.

Natürlich kann auch alles ganz anders gewesen sein:
Vielleicht habe ich als Kleinkind, Kind, Aufwachsender die Erfahrung gemacht, dass mir ein altruistisches Verhalten die Aufmerksam und Wertschätzung anderer Menschen „einbringt“.

Meine persönliche Kosten- / Nutzenrechnung sah also vielleicht auch so aus:
Sei nützlich und nett zu anderen, dann werden sie auf dich aufmerksam, du wirst beachtet  und geliebt.

Habe ich vielleicht zuhause seitens meiner Eltern ein diesbezügliches Defizit erlebt?
Das erfordert weiteres archäologisches Arbeiten.

Jedenfalls zeigt sich, dass unsere Glaubenssätze schon sehr früh in unserem Leben „geformt“ werden. Mein eigenes Beispiel zeigt außerdem, dass diese Art von Formung sehr eng verbunden sein kann mit starken Emotionen, bei mir z.B. mit der Angst davor, nicht geliebt zu sein, zu werden. Also entwickele ich (gezwungenermaßen) ein Verhalten, das diesem negativen Gefühl, dieser Angst, entgegenwirkt und mich in meiner Komfort- oder Wohlfühlzone belässt.

Ich schütze mich also vor dem Erleben dieser speziellen negativen Emotionen, indem ich anderen Menschen gegenüber ein Verhalten entwickele, das nicht das meine ist, aber zu positiven Emotionen führt. Und das „Destillat“, die Essenz dieses Verhaltens ist der entsprechende Glaubenssatz.

Nun mag man später die Erfahrung machen, dass das zu diesem speziellen Glaubenssatz gehörende Kosten- / Nutzenverhältnis aus seiner Balance gerät: Dass man ein Zuviel an Aufwand oder Energie investieren muss, um den früheren Nutzen zu erzielen.
Mit anderen Worten: Ich investiere einen zu hohen Aufwand, zu anderen nett und nützlich zu sein, aber da ist kein oder zu wenig „Return on invest“, ich bekomme zu wenig zurück.

Und spätestens hier fängt unser Schutzpanzer an zu bröckeln, zu zerbröseln:
Wir haben diesem einen Glaubenssatz jetzt so viel Aufmerksam gewidmet, dass er „in“ unserem Denken, in unserem Verstand, uns mit seinen möglichen Ursachen und Konsequenzen so weit bewusst ist, dass wir ihn bei Bedarf „knacken“ können.

Ich habe jetzt an einem, persönlichen Beispiel den Begriff „Glaubenssatz“ erläutert.
Sicherlich gibt es noch etliche mehr.
Wenn Sie ein eigenes Interesse an der Arbeit mit Ihren Glaubenssätzen haben und sich zunächst weiter informieren wollen – es gibt gutes Material dazu im Internet.
Auch Anleitungen, die Ihnen helfen können, Ihre eigenen Glaubenssätze überhaupt erst zu entdecken. Hier z.B. :

http://wiki.brainstorm-werbung.de/index.php?title=Werte_%26_Glaubenss%C3%A4tze