Von unseren Egos zu unserem Selbst (VIa)

Die Türen auf dem Weg aus unseren Containern heraus.
Vom Streben nach Souveränität:

“Das Streben nach Souveränität wird getrieben durch Erlangen von Herrschaft

– über die innere Welt,
– die äußere Welt,
sowie königlicher Macht über
– die äußere Welt und
– die innere Welt.“

Herrschaft über die „innere Welt“ zu erlangen, heißt, gegen die Kräfte vorzugehen, die uns in dem jetzigen Zustand belassen und die wir gruppieren können in Kräfte gegen unseren Körper, gegen unseren Verstand, gegen unsere Emotionen und gegen unseren Willen.

Die Kräfte, die gegen unseren Körper wirken, sind die, die unser Leben verkürzen, unsere Energien verbrauchen und unsere Sinne einlullen. Drogen, legale oder illegale, fallen in diese Kategorie oder auch kulturelle Gewohnheiten, die z.B. junge Frauen in die Anorexie treiben.

Es geht darum, durch Selbstbeobachtung diese Faktoren zu erkennen, sie abzustellen und stattdessen ein Trainingsprogram durchzuführen, das zu Körperbeherrschung führt. Am besten geeignet sind hier Selbstverteidigungstrainings oder auch Tanz.

Kräfte, die gegen unseren Verstand arbeiten, sind Angewohnheiten des Nicht-Denkens, die wir uns angeeignet haben und die durch die ungeheure Flut von Informationen, der wir durch zahlreiche Medien ausgesetzt sind, nur noch unterstützt werden. Wir lesen Zeitungen, schauen Fern, surfen im Netz und glauben, dass das, was durch uns durch „rauscht“, auch Objekt unseres Denkens sei.
Wir reduzieren unseren Medieninput und setzen fortan auf die Inhalte solcher Medien, die unser Denken herausfordern. Im zweiten Schritt lernen wir etwas Neues, z.B. eine weitere Fremdsprache oder ein Instrument zu spielen und  trainieren  unser Erinnerungsvermögen.

Kräfte gegen unsere Emotionen sind unsere Angewohnheit, Gefühle „als von außen“ angeregt anzusehen. Wir sind gewohnt, zu weinen, zu lachen, in Filmen Ängste zu empfinden, Filme, für deren Besuch wir gutes Geld bezahlen. Aus ökonomischen Gefühlen lassen wir uns „von außen“ zu Gefühlen hinreißen (wie gut wir DAS und den Einfluss von Werbung kennen!).

Der erste Schritt besteht darin, uns das bewusst zu machen. Im nächsten Schritt gehen wir gegen Ängste und Phobien an: steigen z.B. doch mal in den Fahrstuhl und fahren wenigstens bis in die erste Etage, oder gehen gegen unsere Angst vorm Fliegen oder Hunden an.
Ziel ist: Wir folgen nicht länger unseren Emotionen, sondern unsere Emotionen folgen uns.

Kräfte gegen unseren Willen sind unser oftmals blinder Gehorsam bezüglich äußerer Symbole und Signale. Seien es staatliche Organe, seien es kirchliche Organe, seien es alle Normen und Regeln der Art „Das tut man nicht“ oder „Das gehört sich nicht“.

Ein bewusstes Agieren dagegen macht uns Menschen bewusst, in welchen Korsetten wir uns eigentlich befinden und führt zu einer kritischeren Haltung gegenüber „blindem Gehorsam“.
Im Grunde genommen handelt es sich hierbei um eine nur unterschiedlich formulierte Aufforderung, NEIN sagen zu lernen. Nicht immer norm-konform zu handeln ist deutlich etwas anderes, als illegal zu handeln; dies nur als Hinweis.

„Herrschaft über die innere Welt“ heißt: Was man tut, ist Realität und „macht Sinn“.

Wir alle kennen dieses Gefühl von innerer Stärke, dieses Gefühl, „am Leben zu sein“ und dass unsere Welt eine sinnvolle Welt ist.
Es sind rare Momente und oftmals schreiben wir sie äußeren Einflüssen zu, vielleicht sogar mystischen oder göttlichen Quellen.

Wenn wir entdecken, dass wir diese Momente durch unseren eigenen Willen haben können, haben wir mit der „Herrschaft über unsere innere Welt“ begonnen.

Der Name für diese Aufgabe ist: Das Streben nach Bedeutung, nach Sinn.

Fällt Ihnen auf, dass wir hier die Aufforderung „Raus aus der Komfortzone“ „nur“ in anderer Formulierung vorliegen haben?

Wir beherrschen unsere „innere Welt“ dann, wenn wir lernen, diejenigen Kräfte zu beherrschen, die uns immer wieder zurück in unsere Komfortzone treiben.
Und – so wie hier – ganzheitlich betrachtet, arbeiten diese Kräfte gegen unsere Emotionen, gegen unseren Körper, gegen unseren Verstand und unseren Willen.

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