Review nach langer Zeit

Mit Spannung habe ich einige meiner Texte nach langer Zeit erneut gelesen.
Und musste schmunzeln:
So habe ich mich in den beiden letzten Jahren immer mehr mit spirituellen Texten befasst,
immer noch ausgehend von der Frage: Wer oder Was bin ich eigentlich?
Meine Bibliothek ist immens angewachsen, da ich mich aufgrund meiner Biographie dieser Frage nach wie vor aus wissenschaftlicher, nun aber eben auch aus spiritueller und religiöser Perspektive zuwende.
An spirituellen Lehren lese ich Ramana Maharshi, Sri Nisargadatta Maharaj, Mooji, am liebsten jedoch Rupert Spira, der mir mit seiner so überzeugenden, logischen Art am nächsten kommt. Rupert hat sehr vieles auf Youtube veröffentlicht.

Zudem stelle ich fest, dass sich unsere klassische “westliche” Wissenschaft immer mehr für die Kernaussagen der alten indischen Meister öffnet und gerade die Physik, insbesondere die Quantenphysik gibt einige Rätsel auf, die mit der klassischen dualistischen Subjekt-Objekt-Sicht nicht mehr gut vereinbar sind.

Die ja auf der (als bewiesen angenommenen) Annahme beruht, Ich in meinem Körper, bin derjenige, der “die Welt da draussen”, ausserhalb meiner selbst wahrnimmt und die auch dann existiert, wenn ich sie NICHT wahrnehme.

In der Philosophie ist diese Frage schon seit alters diskutiert worden und es gab – und gibt – durchaus Menschen, die die Behauptung aufgestellt haben, “die Welt dort draussen” existiere keinesfalls so, wie wir sie wahrnehmen – oder leugnen sie sogar komplett.
Dahinter steckt der Gedanke, dass wir “die Welt da draussen”, also Objekte nur über unsere Sinnesorgane wahrnehmen können und wir uns über unsere Gehirnfunktionen ein Bild von dieser Welt erzeugen (siehe auch: Leib-Seele-Problem).

Zur dualistischen Subjekt-Objekt-Sicht stelle ich, Rupert Spira folgend, anheim zu prüfen, ob diese nicht “einfach nur” das in uns am tiefsten eingepflanzte Glaubenssystem ist – aber eben auch nur ein solches – das unserer eigenen Erfahrung aber NICHT standhält:
Wir sind überzeugt, dass unsere Laptops dort, wo sie sich jetzt befinden, verharren werden, auch wenn ich jetzt mit Schreiben aufhöre und aus dem Zimmer gehe.
Aber unsere Erfahrung ist das NICHT.Wir nehmen es lediglich als unerschütterliche Wahrheit an.

Meine aktuelle Erfahrung in DIESEM Moment ist, dass ich diesen Text auf meinem neuen Notebook schreibe – in meinem Arbeitszimmer, an meinem Schreibtisch.

Was heißt das?
Das heißt, dass ich mir in diesem Moment bewusst bin, genau dies gerade zu tun.
Und ich weiß, d.h. ich bin mir dessen bewusst, dass ich mir meines Schreibens bewusst bin.

Genauer:
Ich sehe mein neues Notebook.
Ich spüre, wie meine Fingerspitzen die Tasten berühren.
Ich höre, wie ich schreibe.
Riechen tue ich gerade nichts spezielles.
Ebenso schmecke ich im Moment nichts (erinnere mich aber an den Geschmack der Tomaten, die ich eben gegessen habe).

Das heisst, meine Sinne transportieren ihre Informationen so, dass in meinem Gehirn genau dieses Bild entsteht.

Genauer gesagt: In meinem Bewusstsein.

Demnächst mehr…..

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Unsere Komfortzone Teil I (Stand: Ende Mai 2014)

Folgender Text ist das Ergebnis einer jetzt fast 2-jährigen Beschäftigung (Literaturrecherche) mit diesem Thema.

Ein entscheidendes Ergebnis ist für mich die Gleichheit von Psyche, Komfortzone und unserem individuellen, mentalen Modell der Realität: Stellt es doch den eher populären und missverständlichen Begriff „Komfortzone“ einerseits in eine lange Tradition der Auseinandersetzung mit dem Begriff „Psyche“ und bettet ihn andererseits ein in aktuelle  natur- und geisteswissenschaftliche Forschungsarbeit zu unseren mentalen Modellen.

Eine vorläufige Sicht des Themas aus neurowissenschaftlicher Perspektive zeigt meines Erachtens, dass das, was wir von klein auf als unsere Komfortzone entwickeln, in unserem Gedächtnis abgelegt ist, wahrscheinlich zu einem Großteil in unserem impliziten Gedächtnis, dem Teil, der unserem Bewusstsein nicht unmittelbar zugänglich ist.

Damit ist für mich jetzt unsere Komfortzone auch biologisch, physikalisch lokalisiert.

Es ist des Weiteren für mich nach wie vor unbestritten, dass der Aufbau unserer Komfortzone, unserer Psyche, beginnend ab unserem Säuglingsalter, ursächlich zusammenhängt  mit dem Erleben und unserem Umgang mit Angst und Stress, resp. mit dem Erleben und unserer Reaktion auf unsere Umwelt.

Wir entwickeln deshalb schon sehr früh Strategien, um Ängste und Stress zu vermeiden.
Dieser Prozess ist ausschliesslich emotional, auf unserer Gefühlsebene, gesteuert, da wir im Säuglingsalter ja noch nicht in der Lage sind, uns mit unserem Erleben intellektuell, auf der mentalen Ebene auseinander zu setzen.

Unser erstes und frühestes Lernen im Umgang mit unserer sozialen Umgebung ist also, „zu funktionieren“ und eigene Ansprüche, Forderungen, Wünsche zurückzustellen. Wir lernen quasi „ganz automatisch“, Konflikte zu vermeiden und internalisieren unsere Angst-, Konflikt- und Stressvermeidungsstrategien zu entsprechenden Verhaltensritualen.

Diese Verhaltensrituale sind so tief in uns „verankert“, dass auch mit zunehmenden intellektuellen Fähigkeiten es normalerweise (!) nicht zu einem Bewusstwerden und einer Auseinandersetzung mit diesen Ritualen (unseren inneren Gesetzesbüchern, Glaubenssätzen und unseren inneren Wächtern) kommt, sondern wir uns nach wie vor Glaubenssatz-konform verhalten.

Da nun unser soziales Umfeld im Lauf unseres Lebens zunehmend komplexer wird, wir aus unseren zahlreichen Rollen heraus mit immer mehr Menschen interagieren und kommunizieren, steigt die Anzahl unserer Konfliktsituationen, in denen wir feststellen müssen, dass sich „die Anderen“ nicht nur nicht nach unserem eigenen Modell der Realität verhalten, sondern ihr Verhalten auch nicht so verändern wollen, wie wir das gerne hätten, damit „unser Weltbild“ wieder hergestellt wird.

Dies führt u.U. zu sehr erheblichem Stress und Energieaufwand und kann mit Krankheitsbildern einhergehen, die aus der Stressforschung bekannt sind.

Da wir uns vor dem Hintergrund des hier Geschilderten in aller Regel „im Recht“ fühlen und uns nicht über die „ganz natürlichen Ursachen“ von Konfliktsituationen bewusst sind, können in der Interaktion/Kommunikation Pattsituationen entstehen, wo „es nicht mehr weiter geht“, unnütze Frustration, unnötiger Ärger, Stillstand.

Eine andere, vielfach gemachte Erfahrung vieler Menschen ist Übrigens auf diese Weise leicht zu erklären: Oftmals erleben wir uns in einer Phase, in der wir sagen „Wir werden das mal ganz anders machen als unsere Eltern“. Und genauso oft müssen wir später konstatieren, dass wir es eben nicht anders gemacht haben, sondern doch sehr ähnlich, wenn nicht genauso wie unsere Eltern.

Doch nicht verwunderlich, wenn es gerade unsere Eltern waren, die uns in unseren jüngsten Jahren mit ihrem eigenen Lebensmodell sehr stark in der oben beschriebenen Weise geprägt haben.

Es ist – aus meiner jetzigen Sicht heraus – keine zwingende Notwendigkeit, bei der Betrachtung unserer Komfortzone weiter mit dem Rollenbegriff zu arbeiten: Er verkompliziert die Betrachtung einerseits (und vielleicht unnötigerweise) durch die Einbeziehung der Diskussion unseres Selbst, andererseits vereinfacht er meines Erachtens die analytische Arbeit zu unseren Glaubenssätzen durch eine systematischere Betrachtung, gerade auf der Ebene unserer unterschiedlichen Rollen.

Ich werde demgemäß weiter mit dem Rollenbegriff arbeiten und halte für mich nach wie vor fest:
Wir entwickeln unsere Psyche, unsere Komfortzone, unser mentales Modell der Realität kontinuierlich und Rollenbezogen durch immer komplexere und vielfältigere Interaktionen und Kommunikationen.

Agiere und reagiere ich zunächst in meiner Kindrolle auf mein familiäres Umfeld, so entwickelt sich zunächst meine Kind-bezogene Komfortzone, oder, wenn man so möchte, meine Kind-Psyche. Diese wird dann im Lauf meiner weiteren Entwicklung durch Kindergarten und Schule und/oder Ausbildungsplatz um weitere Rollenbezogene Aspekte erweitert und geformt. Und je länger ich eine bestimmte Rolle innehabe, desto stärker prägt mein Agieren in dieser Rolle auch meine Psyche oder meine Komfortzone: Aussage des alteingesessenen Mitarbeiters: „Das haben wir hier schon immer so gemacht (eine Veränderung kommt nicht infrage)“.

Mein diesbezüglicher Sprachgebrauch ist:

In Rollen, in denen wir „lange“ Zeit verbringen, entwickeln wir Rollenbezogene, unterschiedliche Persönlichkeiten oder Ego’s, was für mich dasselbe ist. Dieses Bild entspricht höchstwahrscheinlich auch dem Konzept des „Inneren Teams“ von Schulz von Thun.

Wir kennen ja alle Bemerkungen der Art:

„Das ist eine schillernde Persönlichkeit“ oder „Na, jetzt läßt er aber den Abteilungsleiter raushängen“ oder auch „Bleib doch mal authentisch“ und andere.

Des Weiteren spricht meines Erachtens viel dafür, dass wir mit einer Art „Kern-Selbst“ geboren werden und uns dann im Rahmen unserer Sozialisation, Rollen- und Egoausbildung immer mehr von unserem Selbst entfernen.

Wir haben die Möglichkeit, unsere Psyche, unsere Komfortzone oder unser mentales Modell, das wir uns von der Wirklichkeit schaffen, unseren „Container“ als Gefängnis zu betrachten, das wir uns selbst geschaffen haben, wenn auch unfreiwillig.

Wir haben weiterhin die Möglichkeit, zahlreichen glaubwürdigen Quellen zu vertrauen und zu glauben – insbesondere aus dem spirituellen Umfeld – dass wir uns nicht nur aus unserem „Gefängnis“ befreien können, sondern das dies auch unser „Auftrag“ ist, sei er nun religiös oder evolutionär bedingt.

Hier schließt sich sozusagen der Kreis:
„Erkenne dich Selbst“ und „Werde, der du bist“.

Zwei „Aufforderungen“, die zu dem hier entworfenen Bild passen, unsere Psyche zu „überwinden“ und (wieder) wir Selbst zu werden; unsere Egos abzulegen, den Panzer zu durchbrechen, wir SELBST zu sein.

Offenbar ist die Existenz einer solchen Möglichkeit seit Jahrtausenden bekannt und immer schon Gegenstand von Religion und Magie gewesen. Und durch den Gebrauch jeweils vorhandener Sprache durch die jeweiligen Wissensvermittler ist das Wissen hierum immer Geheimwissen geblieben.

Und nur wenigen Menschen ist es offenbar bisher gelungen, der Aufforderung erfolgreich nachzukommen; Religionsstiftern wie Jesus und Buddha und moderneren Weisen wie Osho, Tolle und Winter.

Meines Erachtens ging und geht es in aller spirituellen und auch magischen Literatur zunächst darum, unsere Psyche zu überwinden, einen anderen Seinszustand und eine andere Form von Bewusstsein zu erlangen.

Was nun den „Rezepteblock“ betrifft, die Frage nach dem „Ja wie mach ich‘s denn nun?“ lautet mein
Fazit, tatsächlich mit unseren Rollen und den Rollenbezogenen Glaubenssätzen zu beginnen. Der natürliche Startpunkt ist dann natürlich unsere Kindrolle, die es zu beleuchten gilt unter der Leitfrage: „Welches sind die Glaubenssätze, die ich im familiären Kontext als Kind verinnerlicht habe und die mir „mein Leben im Elternhaus“ leichter gemacht haben?

Leider habe ich kein Patentrezept gefunden, WIE man diese Glaubenssätze wieder ins Bewusstsein holt; gleichwohl finden sich im Internet genügend Hinweise und Quellen, mit denen man weiterarbeiten kann.

Es mag hilfreich sein, ergänzend dazu eine andere Perspektive einzunehmen und die eigenen Stressoren zu überprüfen: Nehmen Sie sich Zeit und fragen Sie sich, in welchen Situationen Sie in unangenehmen Stress geraten und welchen Situationen Sie genau aus diesem Grund fast immer aus dem Weg gehen  („Vermeidungsziel/Vermeidungsritual“). Stellen Sie dann die Verbindung zu möglichen, dazu passenden Glaubenssätzen her: „Ich vermeide eine solche Situation, weil ich glaube, dass…..“. Führen Sie darüber Buch.

Ich glaube übrigens, dass sich vor dem Hintergrund dieser Überlegungen und im Gegensatz zu etlichen therapeutischen und spirituellen Empfehlungen die Beschäftigung mit der eigenen Vergangenheit lohnt: nämlich mit dem Ziel, die einzelnen Bausteine unseres Containers, unseres „Inneres Gesetzbuch“ aufzudecken, uns selber transparent zu machen und auf ihren heutigen Nutzen für uns hin zu prüfen, um uns dann ggfs. von ihnen zu verabschieden.

Ich glaube auch außerdem, dass sich die intensive intellektuelle Beschäftigung mit diesem Thema lohnt und sie einem sehr nützlich sein kann. So stelle ich zunehmend mehr an mir selber fest, dass sich alleine durch meine Beschäftigung mit diesen Themen mein Verhalten in manchen Situationen schon (sehr) verändert hat.

Allein die Erkenntnis, dass unsere Psyche, oder unser mentales Modell, das wir von der Realität erzeugen und in unserem Gedächtnis internalisieren, den Begriff von „Wahrheit“ relativiert, ergibt für Konfliktsituationen eine enorme Erleichterung  und eine ganz andere, neue Handlungsoption: Alles, was jemand anders (im Konflikt) als Wahrheit in die Diskussion bringt, ist immer nur seine Wahrheit. Ebenso, wie ich meine Wahrheit habe, die jedoch in dergleichen Situation völlig anders sein kann; von daher ist Wahrheit im sozialen Kontext immer ein soziales Konstrukt, an dessen „Herstellung“ entweder gemeinsames Interesse besteht oder nicht. Eine aufgrund von Machtpositionen „durchgedrückte“ Wahrheit darf man also jederzeit und ganz zu Recht bezweifeln.

Mein weiteres Vorgehen

Mein weiteres Vorgehen wird geleitet von folgenden Fragestellungen:

Durchgängig wird in den hier vorgestellten und diskutierten Quellen die Überzeugung geteilt, dass unsere Komfortzonen „Gefängnisse“ darstellen und es in unserer Verantwortung liegt, diese Gefängnisse zu verlassen. Die damit verbundenen Risiken werden unterschiedlich gravierend dargestellt.

Hier greift meines Erachtens ein schon bekanntes Denkmuster:

„Vermeide es, in deinem Gefängnis zu beharren!“

„Vermeide den Stress, den du dir durch dein Verharren in deiner Komfortzone unweigerlich einhandelst.“

„Vermeide diese unnötige Energie, die du immer wieder aufbringen musst, um in deiner Komfortzone verbleiben zu können.“

„Vermeide deine (meist vergeblichen) Versuche, deine Außenwelt so beeinflussen zu können, dass sie in DEIN mentales Realitätsmodell passt.“

Was wäre aber, im Gegensatz zu diesen negativen Vermeidungszielen, wenigstens ein positives Ziel, das ich durch den Gefängnisausbruch erreichen könnte? Und was erreicht „man“ vielleicht generell? Und was erreiche naturgemäß nur ich persönlich?

Was erwartet mich hinter meiner Psyche?

Wie lebt sich’s ohne mentales Realitätsmodell?

Ganz betriebswirtschaftlich gefragt: Wie sieht’s denn mit der Kosten-/Nutzen- oder Risiken-/Nutzen-Relation eines solchen Projektes aus?

Die zweite Richtung, die ich weiterverfolgen werde, ist die Lektüre weiterer fachwissenschaftlicher Quellen, und jetzt gezielter: Veröffentlichungen aus „den Neurowissenschaften“ zur Entwicklungspsychologie, um noch mehr wissenschaftliche Fakten darüber zu erfahren, durch welche einzelnen Prozesse sich die kindliche Psyche bis hin zur Adoleszenz entwickelt und formt.

 

Was ist Leben (Teil II)

Weitere Überlegungen…..

Leben ist zum einen das, was uns Menschen als individuelle, isolierte, komplexe, biologische Systeme vor anderen auszeichnet.

Leben ist zum anderen der Prozess, mit dem oder wie wir das Verhältnis zu unserer Umwelt gestalten (lassen).

Mit diesem zweiten Aspekt möchte ich mich jetzt befassen.

Die zentralen Begriffe sind Aufmerksamkeit, Bewusstsein, Sinne, Wahrnehmung und insbesondere Wahrnehmungsfilter.

Wir nehmen alles, was sich in unserem direkten Umfeld befindet, über unsere Sinne wahr:
Ich sehe den Laptop auf meinem Schreibtisch, ich höre das Ticken unserer Uhren, ich rieche den Geruch nach Knoblauch aus der Küche, schmecke den Wein und fühle die Tasten, mit denen ich diesen Text schreibe.

Von all dem, was außerhalb meiner selbst, sozusagen als objektive Realität, existiert, kann ich nur das wahrnehmen, was meine Sinnesorgane zu mir „durchlassen“.
Bis zu einem gewissen Grad kann ich die Empfindlichkeit meiner Sinnesorgane trainieren und sogar zur Basis meiner Berufung machen:
Wunderbare Malt Whiskys, Weine, Kochrezepte oder auch Parfums komponieren, mein Gehör trainieren etc.

Die Sinnesorgane anderer Lebewesen, wie die von Hunden oder Fledermäusen, sind anders geartet: Die von ihnen wahrgenommene Realität ist eine andere.

Unsere Wahrnehmung von Realität ist also untrennbar gebunden an das Vermögen unserer Sinnesorgane, Reize aus unserer Umwelt verarbeiten zu können.

Eine weitere Einschränkung in der Wahrnehmung der „objektiven Realität“ erfolgt durch die Limitierung unserer kognitiven Leistungen: Pro Zeiteinheit strömen viel mehr Reize auf uns ein, als wir mit unseren Möglichkeiten überhaupt verarbeiten können.
Mit anderen Worten: wir wählen notgedrungen aus.

Und dies tun wir sowohl bewusst als auch unbewusst.

Eine bewusste Auswahl treffen, heißt: seine Aufmerksam ganz gezielt auf etwas richten, sich zu fokussieren, auf das Fokussierte zu konzentrieren und alles andere aus dem „Aufmerksamkeitsfeld“ auszublenden: In der Schule der Lehrerin aufmerksam zuhören, sich auf das Schreiben eines Textes zu konzentrieren, sich ganz der Partnerin zu widmen etc.

Aber auch unbewusst treffen wir eine Auswahl: Wenn ich im Liegestuhl in der Sonne vor mich hindöse, hänge ich vielleicht meinen Gedanken nach und überhöre das Vogelgezwitscher um mich herum, oder hörend werde ich auf einen Schwarm ziehender Kraniche aufmerksam aber es dringt nicht bis ins Bewusstsein und Gedächtnis vor.

Vor gerade mal drei Wochen habe ich erneut die Stadt Valparaiso in Chile drei Tage lang erlaufen.

Meine Begeisterung über diese Stadt kennt keine Grenzen:
Valparaiso liegt in einer Meeresbucht und zieht sich an knapp zehn sie umgebenden Hügeln hoch, hat sozusagen eine Unter-, eine Mittel- und eine Oberstadt.
Valparaiso ist eine sehr bunte Stadt: Hier kommen sehr viele Graffiti-Künstler hin.
Valparaiso ist eine Stadt großer Gegensätze von reich und arm.

Und so weiter; ich könnte noch viel mehr aufzählen.

Jemand anders würde Ihnen diese Stadt vermutlich ziemlich anders schildern und noch jemand anders wieder anders.

Und das ist der entscheidende Punkt:
Wir alle haben unterschiedliche Wahrnehmungsfilter, die dazu führen, dass wir die uns umgebende „objektive Realität“ unterschiedlich wahrnehmen und hierüber alle unsere eigene Wahrheit konstruieren.

Was ich zum Zeitpunkt X bewusst von meinem Umfeld wahrnehme, ist für mich wahr.
Was jemand anders zum gleichen Zeitpunkt bei der Betrachtung des gleichen Umfeldes wahrnimmt, ist für ihn ebenso wahr, auch wenn das von ihm Wahrgenommene von dem meinen abweicht.

Wir können uns über unsere Wahrnehmungen austauschen, unsere jeweiligen Wahrheiten anerkennen, zusammen einen gemeinsamen Kern herausarbeiten und diesen dann als unsere gemeinsame Wahrheit definieren:
Wahrheit ist ein soziales Konstrukt.
Was hat dies nun alles mit der Eingangsfrage „Was ist Leben?“ zu tun?

Als Antworten schlage ich vor:

  1. „Das Leben“ ist all das, was auf der Erde passiert, als wenn ich nicht existierte.
  2. „Mein Leben“ ist meine individuelle Wechselwirkung mit „dem Leben“.
  3. „Mein Leben“ ist dadurch bestimmt, wie ich mich selbst wahrnehme, wie ich mein Umfeld wahrnehme und wie ich aus diesen beiden Wahrnehmungen heraus mein Verhältnis zu meinem Umfeld gestalte.

[für Personalentwickler: erkennen Sie die Grundstruktur von „DISG“?]
Wie ich meine Umwelt wahrnehme und wie ich das Verhältnis zu meinem Umfeld gestalte, liegt ja nun nicht von Beginn an in meiner Hand, in meiner Verantwortung, sondern in der meiner Eltern, ggfs. Geschwister, Großeltern, Freunde, Lehrer etc. etc.

Mit andern Worten: Wie ich meine Umwelt wahrnehme und wie ich lerne, mit ihr zu interagieren, ist wesentlicher Bestandteil meiner Sozialisation, meines Erwachsenwerdens. Von klein an wird meine Aufmerksamkeit von anderen Menschen auf Dinge gelenkt, die diese für wichtig erachten; und alle diese Menschen tragen einen Teil der Verantwortung dafür, wie es mir später gelingen wird, mein Leben selbst zu leben.

Genauer noch:
Ich lerne in meiner Säuglings- und Kindheitsphase über die verbalen und emotionalen Rückmeldungen meines direkten Umfeldes, was gut für mich ist und was nicht, wann ich Glück empfinde und wann negative Gefühle wie Angst, Schmerz etc.

Und ich lerne, Situationen zu vermeiden, in denen ich mich nicht gut fühle und umgekehrt: Situationen zu suchen, in denen ich mich gut fühle, ich zufrieden, glücklich bin.

So gestalten wir unsere eigenen Grenzen, innerhalb derer wir uns wohl, komfortabel, fühlen und an deren Rändern wir in Stress geraten: unsere individuellen Komfortzonen.
Da wir unsere geistigen, mentalen Fähigkeiten erst im Lauf der Zeit, und durchaus unterschiedlich, ausbilden, können wir uns – und das betrifft ALLE Menschen – erst ab einem gewissen Alter mental mit unseren eigenen Grenzen auseinandersetzen. Dies ist quasi unsere Erbsünde.

Ob wir uns später, und ab wann, mit unseren eigenen Grenzen bewusst auseinandersetzen, sie als Grenzen (an-)erkennen oder uns von ihnen befreien wollen, ist dann eine andere Frage.

Uns jedoch von unseren eigenen Grenzen zu befreien, unsere Komfortzone nieder zu reißen, heißt im Grunde genommen nichts anderes, als dass wir uns von allen „auferlegten“, unnatürlichen, Wahrnehmungsfiltern befreien, und „das Leben“ oder die „objektive Realität“ in seiner/ihrer ureigensten Originalität, erleben dürfen.

Was ist Leben?

Jemand hat geschrieben:

„Das Leben passiert dir nicht – das Leben antwortet dir.“

Das möchte ich zum Anlass nehmen, der Frage nachzugehen

„Was ist Leben?“

Aus Sicht der Biologie kann man sagen, es gibt wissenschaftliche Kriterien, die eine Entscheidung darüber zulassen, ob ein System ein lebendes System ist.
Diesem Gedanken weiter folgend, kann man weiterhin sagen: Ja. Menschen sind sehr komplexe, lebende Systeme.

Unter Einbeziehung der Evolution gilt darüber hinaus:
Wir Menschen sind die momentan am höchsten entwickelte (!) Spezies lebender Systeme, wir haben einen Verstand, Gefühle, ein Identitätsgefühl oder Selbst, Bewusstsein, „Systembestandteile“ also, die in dieser Gänze bei keiner anderen Spezies vorhanden sind.
Und wir können die Frage stellen: Was ist eigentlich der nächste Abschnitt der Evolution?

Hinsichtlich der Beantwortung der Frage: „Was ist Leben“ und wie kommt es zu einem solchen Zitat, wie oben erwähnt, helfen diese Überlegungen noch nicht viel weiter.

Wir können klare Aussagen darüber machen, was lebende Systeme sind, aber das obige Zitat erweckt  ja den Anschein, als wären Mensch und „das Leben“ zwei voneinander getrennte Dinge. Und nicht nur das: Der Autor des Zitats behauptet darüber hinaus, dass und das Leben nicht etwa passiert – nein es antwortet uns.
Was also ist es, was mich vom Leben trennt?

Eines ist gewiß:
Ich bin ein lebendes, komplexes biologisches System.
Ich habe ein Leben, nämlich MEIN Leben.
MEIN Leben ist verschieden von dem Leben ALLER ANDEREN Menschen.
Natürlich gibt es Parallelen (wir sind ALLE lebende, komplexe biologische Systeme), aber:
ICH bin einzigartig und verschieden von allen anderen Menschen.

Nochmals also:
Gibt es ein Leben, etwas Abstraktes, Übergreifendes, welches etwas anderes ist als mein Leben, dein Leben, Eric Clapton’s Leben, dem Leben von Obama oder dem des Papstes?
Und welches mir, uns antwortet?

Sind wir alle individuelle, unterscheidbare Inkarnationen von etwas, das wir Leben nennen können?
Sind wir vielleicht alle nur individuelle, unterscheidbare Ausprägungen, Formen von nur einem Leben?

Sartre, als der Hauptvertreter des französischen Existenzialismus, hat gesagt: Der Mensch ist die einzige Spezies, bei der die Existenz der Essenz vorausgeht.
Erst SIND wir, danach machen wir uns zu dem, was wir sind.
Und was wir sind, ist das Ergebnis unseres individuellen Lebensentwurfs.
WIR sind verantwortlich für unser Leben; wir sind, was wir tun.

Der Existenzialismus kennt kein Konzept einer „menschlichen Natur“ als Blaupause für uns alle. Wir sind zur Freiheit verurteilt, zu der Freiheit, uns selbst zu definieren.

Ist das die Antwort?
Oder nur eine Hälfte?

Aus der Perspektive des Existenzialismus passiert uns allen das Leben insoweit, als wir ALLE zuerst SIND, und dann jeder einzelne von uns sein individuelles, einzigartiges Leben lebt, sich seinen Sinn, seine Essenz erschafft, seinen eigenen Pfad geht.
Einen Pfad, auf dem ihm das Leben antwortet?
Im Sinne von: Rückmeldung aus dem persönlichen Umfeld auf das, was er tut?

Aus Perspektive der modernen Psychologie und der Neurowissenschaften kann man sagen:
Ja. Wir sind komplexe biologische Systeme. Und übernehmen von klein auf unterschiedliche Rollen in unserem Leben; einige kurz, andere länger, manche ein Leben lang. Das prägt unsere Ego’s [ich ordne jeder unserer Rollen ein eigenes Ego oder auch eine eigene Persönlichkeit zu]. Dazu verfügen wir über einen Verstand und kennen Gefühle.
Gelänge es, uns aller unserer Rollen zu entledigen, wären wir reines Selbst, reines Bewusstsein.

Vertreter des spirituellen Denkens sagen noch anders:
Und folgen z.B. zwei alten griechischen Appellen aus Delphi:
„Erkenne dich selbst“ und „Werde, der du bist“.

Was im Übrigen auch als unser aktueller Evolutionsauftrag interpretiert werden könnte:
Mit dem Auftreten der menschlichen Spezies hat der Evoltionsprozess gestoppt.
Mit einer weiteren Ausrichtung unserer eigenen „Systembestandteile“ auf das, was außerhalb unserer selbst liegt, kommen wir nicht mehr weiter.
Qualitativ kann die Evolution nur fortschreiten, wenn wir nach innen schauen, auf unsere eigenen „Systembestandteile“ und unser Bewusstsein auf eine höhere Ebene heben.
Indem wir uns unserer selbst (wieder) bewusst werden, wieder zu dem werden, was wir eigentlich von Anfang an immer gewesen sind. Und durch unsere illusionäre Identifikation mit unserem Verstand („Sündenfall“) verloren haben:
Wir SIND nicht unser Verstand, sondern unser Verstand HAT uns („fest im Griff“)

„Werde, der du bist“. Das geht nur dann, wenn es uns gelingt, uns von unserem Verstand zu befreien. Zu befreien in dem Sinne, dass wir ihn nur dann – wie ein nützliches Werkzeug – benützen, wenn wir ihn wirklich brauchen.
Das aber heißt zugleich: Ablegen all unserer Ego’s und wieder wir SELBST zu werden und damit etwas, was allen Menschen gleich ist, was uns alle verbindet.
Und was uns beim Ablegen unserer temporären Form (wenn wir sterben) wieder mit dem einen, zeitlosen Bewusstsein verbindet, nennen wir es Gott, Leben, Liebe oder wie auch immer.

Das wäre dann allerdings, im Gegensatz zur Philosophie des Existenzialismus, unsere menschliche Natur, auf die wir uns „nur“ rückbesinnen müssten, um unserem Evolutionsauftrag nachzukommen.

Und so gesehen, passiert uns das Leben so lange nicht, wie wir nicht versuchen, wieder wir SELBST zu werden. Wenn wir es allerdings versuchen, wenn wir den Weg tatsächlich gehen, etwas tun in diese Richtung, dann, ja dann antwortet das Leben uns auch.

(Wann) sind Sie authentisch?

Kennen Sie diese oder ähnliche Situationen?

Nehmen wir an, ich sei ein Trainer und moderiere gerade einen Workshop mit mehreren Teilnehmern.

Wenn ich dies tue, gerate ich immer wieder in Phasen totaler Präsenz, in denen ich mir der aktuellen Situation völlig bewusst bin.
Völlig bewusst, was gerade passiert, die Kommunikation „fließt“, und meine professionellen Beiträge und die der anderen kommen wie gewünscht.
Ich fühle mich wie in einem Flow-Zustand.

Aus einer anderen Perspektive betrachtet, möchte ich behaupten:
In einem solchen Moment BIN ich mehr als „nur“ in meiner professionellen Moderatorenrolle.
Hier stehen mir Ressourcen zur Verfügung, die der Summe all meiner im Lauf der Zeit,
in meinen unterschiedlichsten Rollen erworbenen Kompetenzen entspricht.

Vielleicht könnte man dies als eine Schnittmenge derjenigen Teile meiner Rollen ansehen,
die mir meine Authentizität verleihen, meine individuelle Identität bilden, meinen Kern, mein Selbst.

Beim Flow handelt es sich um Zeiten, in denen du nicht eine Rolle spielst im Sinne von:
Ich bin mir jetzt bewusst, dass ich die Moderatorenrolle spiele.
Jetzt gibt es kein beobachtendes Bewusstsein, kein „Ich“, das „mich“ in meiner Moderatorenrolle beobachtet.
Keine Trennung von Subjekt und Objekt.

Wenn Sie schon mal Ähnliches erlebt haben, kennen Sie sicherlich auch das traurige, ein bisschen depressive Gefühl, wenn dieser Flow vorbei ist?
Ich denke, eine Reihe von Künstlern und Sportlern kennen dieses Gefühl ebenfalls sehr gut.
Mir geht es so, weil ich gezwungen bin, aus meinem Selbst heraus wieder in eine meiner täglichen Rollen zu schlüpfen, mit anderen Worten: In eins meiner Egos.

In einen Flow-Zustand zu geraten, ist nicht einfach dadurch getan, dass man permanent völlig aufmerksam ist.
Nach meiner Meinung gelingt dies nur aus Rollen/Egos heraus, in denen wir uns total wohl fühlen:
Die zugehörigen Aktivitäten faszinieren uns, die zugehörigen sozialen Kontakte funktionieren sehr gut;
Es herrscht Vertrauen, Empathie, gegenseitige Wertschätzung etc.

Je mehr wir also eine Rolle mit all ihren Zielen, Funktionen, Aktivitäten etc. mögen,
desto tiefer ist unsere mentale und emotionale Bindung an das zu dieser Rolle gehörige Ego.
Und – interessant genug – desto leichter können wir in Flow geraten, desto näher sind wir unserem wahren Selbst,
desto authentischer sind wir und desto stabiler ist unsere Identität.

Und, nebenbei: Das ist etwas komplett anderes, als in der Komfortzone zu leben:
In einem Flow-Zustand zu sein und sich in seiner Komfortzone zu befinden, schliessen sich gegenseitig aus.
Wenn wir uns in unserer Komfortzone befinden, sind wir normalerweise nicht dauerhaft präsent.
Wir mögen uns wohl oder sogar glücklich fühlen, aber der herausfordernde „Kick“ fehlt, dieser spezielle „Kick“, der uns „voll präsent“ macht, mental und emotional.
Und der Anlass dazu gibt, höchstwertige Qualität abzuliefern.

Stimmen Sie zu?

Time

Time

There is one fact:
We always live now.
Not in the past.
And not in the future.

Change of perspective:

But didn’t I live yesterday too?
And the day before?
And will I not live tomorrow with high probability?
Of course.
But keep in mind:
The words “yesterday” and “tommorow”
and likewise “past” and “future”
have been introduced to organize our living together
with other humans.

Physics

There is “present” between past and future.
What’s the duration of the “present”?
What’s the duration of “Now”?
Is it a moment?
Is it a second?
Is it at least as long as Planck-time?
And what about the arrow of time?

Psychology

Sensation of time and time perspectives.
If you have to wait in a queue, five minutes may be very long.
If you are together with your darling, five minutes are always too short.

In “The new psychology of time” Zimbardo and Boyd have written about
different perspectives of time, roughly:
You might live past-, present- or future-oriented.

Socialization

Concious cognition of others and the fact, that we have to live together with others, lets us learn to make appointments. Quite naturally we do this in time by using clocks and calendars. This is all done by means of thinking.

Babies do not know time.
They are 100% focused on what they are doing, fully concentrated and forget everything around.

This may happen to us grown-ups too:
You might have heard of people climbing, Doctors operating, Artists working for 3 days on their Artwork without eating and sleeping, or programmers or even people at their daily work:
They experience the same moments of being 100% focused.
In Psychology this state is called “Flow”-state.

“Full brainless awareness” might be an alternative denotation:
Fully concentrated, fully concious, pure conciousness, without any mental distraction. Being. Self. Now.

Mandate of evolution:

This mandate is now:  to create at each time “full brainless awareness”, to always live – fully concious –  “now”, to focus on the evolution of conciousness and to find back our Selfs.

Zeit

Zeit
Um eine Tatsache kommen wir nicht umhin:
immer leben wir im Jetzt.
Nicht in der Vergangenheit.
Und nicht in der Zukunft.

Wechsel der Perspektive:
Aber ich habe doch gestern auch gelebt, und vorgestern.
Und werde aller Voraussicht nach doch auch morgen leben?
Natürlich.
Jedoch: Die Wörter „gestern“ und „morgen“ oder auch
„Vergangenheit“ und „Zukunft“ weisen auf eine Verwendung
der Zeit zur Ordnung und Organisation unseres  Zusammenlebens mit anderen Menschen:
Gestern um 16:00 Uhr traf ich meine 15 Kollegen aus dem Sportverein.
Ich möchte mich morgen mit dir um 13:30 Uhr treffen.

Physik
Zwischen Vergangenheit und Zukunft liegt die Gegenwart.
Wie lange dauert die Gegenwart?
Wie lange dauert das Jetzt?
Einen Moment?
Eine Sekunde?
Mindestens solange wie die Planckzeit [ungefähr 5,4 x 10hoch(-44) sec] ?
Und der Zeitpfeil?

Psychologie
Zeitempfinden und Zeitperspektiven.
Steht jemand  5 Minuten in einer Warteschlange, empfindet er diese fünf Minuten als lang;
ist er mit seiner Freundin zusammen, empfindet er die 5 Minuten als viel zu kurz.

Zimbardo und Boyd beschreiben in „Die neue Psychologie der Zeit“ unterschiedliche Zeitperspektiven und ordnen die Menschen, ganz grob gesprochen, in Vergangenheits-, Gegenwarts- oder Zukunftsorientiert ein,

Sozialisation

Mit dem bewussten Erkennen anderer Menschen und der Tatsache, dass
wir von klein auf mit anderen Menschenzusammenleben, lernen wir auch,
uns zu verabreden. Und tun dies ganz selbstverständlich in der Zeit, in dem wir Uhren und Kalender für unsere Verabredungen benutzen.
Das alles ist Verstandesarbeit.

Kleinkinder kennen keine Zeit.
Sie gehen ganz in ihrem jeweiligen Tun auf, sind konzentriert und vergessen alles um sich herum.

Manchen erwachsenen Menschen gelingt dies auch:
Sportlern (z.B. Kletterern), oder Ärzten bei einer Operation, Künstlern, die wie besessen 3 Tage an einem Werk arbeiten und manchen Menschen sogar bei ihrer täglichen Arbeit. Dann nämlich, wenn sie ihre momentane Arbeit als besonders befriedigend erleben [Man nennt diese Zustände in der Psychologie auch „Flow“-Zustände]

„Volle gedankenlose Aufmerksamkeit“ könnte man das auch nennen:
Man ist total konzentriert, voll bewusst, reines Bewusstsein, ohne jede gedankliche Ablenkung. Man ist. Selbst. Jetzt.

Auftrag der Evolution

Ist es („jetzt“), jederzeit diese volle, gedankenlose Aufmerksamkeit herstellen zu können, immer voll bewusst im Jetzt sein [„The Power of Now“].