Selbstbeherrschung

Was fällt Ihnen dazu ein?

Haben Sie Ihre Selbstbeherrschung schon einmal verloren?
Und wie war das? Was ist passiert? In welcher Situation?

Mir selbst ist das ein- zweimal in Gegenwart meiner Führungskraft passiert:
Es gab jeweils ein Vorkommnis, in der meine Führungskraft völlig anders reagierte, als ich mir in diesem Moment gewünscht hatte. Ich bin förmlich ausgerastet, d.h. jede Menge negativer Energie wurde frei, was sich einerseits auf meinen Blutdruck, andererseits auf die Lautstärke meines Redeanteils auswirkte. Heute denke ich, der Hauptgrund dafür war meine Enttäuschung über das von der Führungskraft gezeigte Verhalten.

Übrigens bereue ich davon nicht eine einzige Sekunde.

Jedenfalls ist ein „Spieler meines inneren Teams“ [Schulz von Thun] zum Vorschein gekommen, den ich ansonsten verbannt habe: Ich denke, es war Dr.Un.B.8tet aus meinem Verbannungstal mit dem Namen „So sollte ich nicht sein“.
Ich fühlte mich in dem Moment von meiner Führungskraft unbeachtet, und zwar: unbeachtet als sein Mitarbeiter im politischen Ränkespiel konkurrierender Führungskräfte.
Und in diesem Moment hatte Dr.Un.B.8tet in meinem inneren Team ganz schnell die Herrschaft an sich gezogen und den Außendienst im Handstreich übernommen. Es war dem Moderator meines inneren Teams nicht länger möglich, diesen Dr. in seine Schranken zurückzuweisen und ihn wieder in das Verbannungstal zurückzuschicken.

Nach 5 Minuten war meine negative Energie verbraucht und die Beziehung zu meiner Führungskraft ein klein wenig abgekühlt.

Wenn ich C.G.Jung bisher richtig verstanden habe, hat sich jemand, eine Teilpersönlichkeit, aus meinem Schatten gemeldet. Schatten als der Bereich derjenigen Teilpersönlichkeiten, die „im Schatten“ bleiben müssen und nicht an die Öffentlichkeit dürfen, also z.B. mein Dr. Un.B.8tet.Nach Jung ist diese Persönlichkeit ausschließlich egoistisch. Es geht ihr nur um die Erfüllung ihres Strebens nach Macht. Sie will das, was der Moderator des inneren Teams, bei Jung die „Persona“, nicht erlaubt, zu tun.

Nun hat Jung ja die These vertreten, dass wir diese unbewussten, im Schatten agierenden Teilpersönlichkeiten, die vom Ich nicht kontrolliert werden können, in andere Menschen projizieren. Stellt sich, bezogen auf mein eigenes Fallbeispiel, also die Frage: Welche meiner unbewussten Schatten-Persönlichkeiten habe ich in der oben geschilderten Situation in meiner Führungskraft erkannt? Könnte es sein, dass dort jemand aktiv geworden ist, der „die in diesem Moment einzuhaltenden, politischen Spielregeln“ perfekt beherrscht hat, gegen die ich mich Zeit meines Lebens gewehrt habe? Habe ich in diesem Moment in meiner Führungskraft den „ISO-Hansel“ gesehen, der in meinem anderen Verbannungsteil mit Namen „So bin ich nicht“ lebt?

Dies als Hypothese gewählt:

–          Wer genau ist meine Teilpersönlichkeit im Untergrund namens „ISO-Hansel“?

–          Warum lebt er in der Verbannung?

–          Warum und wann gibt er Anlass zum Verlust meiner Selbstbeherrschung?

–          Warum ist er soooo reich an negativer Energie?
Da meine Reflektionen hier sozusagen „live“ passieren, ziehe ich mich zunächst zurück und widme mich möglichen Antworten in meinem nächsten Posting.

Stay tuned.

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Charlie’s Inneres Team

Meine innere Menschenmenge

Nach längerem In-mich-hineinhören habe ich eine ganze Menge eigene Teilpersönlichkeiten ausgemacht, oder, wenn Sie so wollen: Mein Inneres Team aufgespürt.

Voilá, hier ist es:

– Das kleine Helferlein
– Happy Charlie
– Väterchen Karl
– Charlie Charmeur
– Der lustige Kalle
– Der nachdenkliche Hein
– Dr. Charlie Xpert
– Dr. Un.B.8tet.
– Daddy Rolling Stone
– Marschall Plan
– Der neugierige Heinzi

 
Das kleine Helferlein

Liegt immer Empathiegefüllt auf der Lauer und hält Aussicht nach Menschen, die Hilfe (oder auch nur einen Gefallen) von ihm brauchen könnten. Seine Körpersprache ist zugewandt; er wittert Bitten und Wünsche der Anderen schon, bevor die überhaupt geäußert sind.
Dienen ist ihm ein Bedürfnis. Für Andere da zu sein, ein Muss. Da die Anderen seine kleinen Dienste und Hilfe in der Regel mögen – und dies auch kundtuen – fühlt er sich in dieser Rolle grundsätzlich wohl. Dieser Teilpersönlichkeit, diesem inneren Teammitglied, geht es gut bis ausgezeichnet. Er wird beachtet und geschätzt.
Seine Sprache ist nicht unterwürfig. Einerseits hört das kleine Helferlein aktiv zu, zeigt Verständnis und, dass er voll dabei ist; andereseits formuliert er manchmal selbstironisch, wohl wissend, wer er ist. Und: Ist immer im (Außen-)Dienst.

Happy Charlie

Ist mit sich und der Welt zufrieden. Alles stimmt. Es gibt kaum etwas, das zu seinem Glück noch fehlen könnte. Happy Charlie ist ein Biotop: er ruht in sich und genießt, was er gerade tut. Darüber kann er schon mal die Umgebung vergessen. Er ist ganz bei sich. Happy Charlie ist ruhig und alleine, kommuniziert – wenn überhaupt – nur mit sich selbst. Ist vorwiegend im Innendienst beschäftigt.

Väterchen Karl

Ist der „altersweise“, ruhige Charlie, der seinen Platz in seiner Welt weitestgehend gefunden hat und den nichts mehr stören kann. Er muss nichts und niemandem mehr etwas beweisen.
Und er muss und will auch nicht mehr mithalten. Pfeife und Sessel passen dazu, ja: und Geschichtenerzählen. Ist bedarfsweise im Innen- und im Außendienst tätig.

Charlie Charmeur

Mag die Frauen. Flirtet gerne und freut sich über alle positiven Reaktionen seiner „Mädels“. Sprüht vor positiven Vibrationen,  (ver-) schenkt sehr viel Gefühl und bekommt sehr viele positive Emotionen zurück. Macht natürlich auch Komplimente und ist charmant. Ist viel im Außendienst tätig und übt sich (Serendipität) gerne auch in interkultureller Kommunikation.
Trainiert in gewisser Weise auch Small Talk, was ich normalerweise nicht so sehr schätze.

Der lustige Kalle

Tritt immer in Gesellschaften auf. Kümmert sich immer darum, dass in Versammlungen jeglicher Art Spaß nicht zu kurz kommt. Vertritt die These, dass jede Art von Arbeit besser gelingt, wenn man Spaß an ihr haben kann. Versucht immer auch, in Maßen witzig zu sein, jedoch niemals albern. Außendienstler.
Erträgt längere Ruhephasen in Gesellschaft nur schwer. Ist extrovertiert und ergreift gerne die Initiative, geht auf Menschen zu. Möchte, dass die Menschen um ihn rum, sich wohl fühlen und gute Laune haben.

Der nachdenkliche Hein

Ist der Analytiker, Naturwissenschaftler, Hinterfrager, manchmal auch der Bedenkenträger, zögerlich im Urteil, Perfektionist. Versucht, eine Aufgabe, ein Problem bis ins letzte zu verstehen, ehe er handeln kann; tut dies vielleicht auch, damit er nicht handeln muss.
Auch bedächtig. Traut sich noch, selber zu denken und eigene Schlüsse zu ziehen. Ist manchmal entsetzt über die Oberflächlichkeit, die immer weiter um sich greift. Umfasst mit der Hand gerne sein Kinn, runzelt die Stirn, schüttelt abwägend den Kopf.
Hält sich in Gesellschaft lieber zurück, ist ruhig, introvertiert und spiegelt mein eigentliches Naturell. Ihm ist an Substanz gelegen.

Dr. Charlie Xpert

ist der im Berufsleben entstandene fachliche Experte mit Know How und Erfahrung.
Coach und Trainer. Ist souverän, sicher im Urteil und fachlich anerkannt. Hat in seinen Tätigkeiten Spaß, fühlt sich sehr wohl und genießt den Kontakt mit seinen Kunden.
Ist locker, frei; es reizt ihn, Neues auszuprobieren und sich selbst auch unter Stress oder besser: Lernen zu setzen. Ist unbedingter Verfechter lebenslangen Lernens.
Extrovertiert. Im Außendienst tätig.

Dr. B.Un.B.8tet

tritt immer dann auf, wenn ich mich unbeachtet fühle.
Er fühlt sich schlecht, ist enttäuscht, manchmal auch wütend.
Sein Auftritt ist oft lang und seine miese Stimmung zieht alle runter.
Sein Auftritt lähmt auch das ganze Ensemble, macht es inaktiv und führt dazu, dass ich mental bei jemandem anderen bin, dessen Achtung, Aufmerksamkeit ich eben gerne hätte.
Er ist mein typischer Mr. Negativ.

Daddy Rolling Stone

Ist der Kumpel. Daddy zwar. Aber eben Kumpel. Begibt sich gerne auf jede beliebige jüngere Altersstufe und fühlt sich dann auf Augenhöhe. Hängt natürlich sehr stark mit meiner ungebrochenen Liebe zur Musik der 60er Jahre zusammen und überhaupt damit, welche große Rolle diese Musik in meinem Leben spielt. Wahrscheinlich ist es immer wieder (gerade auch bei Live-Konzerten) das Gefühl, Mitglied einer Gemeinde zu sein, die gleich denkt, gleich fühlt und die Konzertgeber vergöttert.

Marschall Plan

Ist der Hüter meines Seins, der Gestalter meines Lebens.
Er hat mir zu einem Leben verholfen, in dem das Planen eine ganz große Bedeutung hat. Eben weil jetzt nicht mehr der Schwerpunkt auf dem Planen von beruflichen Projekten liegt, sondern auf dem Planen des eigenen Lebens. Und der Überzeugung, das eigene Leben durch „Planung mit Augenmaß“ selbständig in eine Richtung lenken zu können, die mehr Wohlgefühl bringt.

Der neugierige Heinzi

Ist das Kind, das Gottseidank seine Neugier sein Leben lang beibehalten konnte und nie verloren hat. Interessiert sich für fast alles und diese Teilpersönlichkeit trägt sicherlich dazu bei, dass bei aller langfristigen Planung meines Lebens ich mich doch immer wieder auch so herrlich verzetteln kann und dann wie ein Schmetterling von einem zum anderen Thema wechsele. Er neigt ein bisschen zum „diagonalen Klappentextleser“, der überall an der Oberfläche schnuppert, bis der nachdenkliche Hein kommt und an der einen oder anderen Stelle mehr Tiefgang einfordert. Natürlich ist der neugierige Heinzi gut drauf, darf er doch auf alles neugierig sein, was ihn gerade „anmacht“, was gerade seine Aufmerksamkeit auf sich zieht.

Erste, vorläufige Bewertung:

Zunächst einmal hat es Spaß gemacht, meine innere Rasselbande zu entdecken und sie einzeln zu identifizieren.
Zum anderen bin ich mir noch nicht abschliessend klar, ob mein hier vorgestelltes Team vollzählig ist oder ob ich vielleicht den einen oder anderen Kandidaten in meinen „Untergrund“ verbannt habe.
Mein Inneres Team ist mir fast verdächtig positiv oder anders: Ich glaube, ich SELBST habe meine Teilpersönlichkeiten ganz gut im Griff.

Wie geht’s weiter?

Natürlich werde ich meine Selbstreflektion weitertreiben und verfeinern. Mich in Situationen selbst beobachten und herausfinden wollen, welche Teilpersönlichkeit(en) da gerade aktiv sind.
Dabei sind natürlich insbesondere all diejenigen Situationen von besonderem Interesse, die mich in Stress versetzen, also an den Rand meiner Komfortzone bringen
Wer wird da tätig werden?
Vielleicht Dr. Un.B.8tet? Der dann mahnend fragt: und wenn Du das und das tust? Hast du das beachtet? Und somit möglicherweise noch eine ganz andere als die bisher beschriebene hat?

Selbstbeobachtung (II)

WAS genau soll ich denn an mir selbst beobachten?

Sie merken schon: Ich bin jetzt dran 😉
Sozusagen im Flow.

Selbstbeobachtung. Wieder so eine Worthülse, so abstrakt.
Also WAS bitte soll ich denn an mir selbst beobachten?

Natürlich könnte ich mit den modernen Hilfsmitteln hingehen, mich zu „verAPPeln“ und anfangen, alles zu messen: Atemfrequenz, Blutdruck, Geh- und/oder Laufgeschwindigkeit etc.etc. eben alles, wofür es APPs gibt. Daten sammeln, auswerten, Ergebnisse bewerten und anfangen, mich in dieser Hinsicht zu optimieren.

Lieber beobachte ich, warum mich dieser Gedanke abstößt.
Und generell interessiert es mich viel mehr, in welchen Situationen ich mich unwohl fühle.
Oder gestresst.
Und mir dann anschließend jeweils die Frage stelle: Warum ist das so? Was ist an der Situation, dass du dich unwohl fühlst? Warum gerätst du hier in Stress?
Und nach Antworten fahnde.

Weil ich ja gerade nicht diese Situationen künftig weiterhin vermeiden möchte, sondern mir daran gelegen ist, mich selbst aus eigener Motivation heraus so zu ändern, dass ich diese Situation künftig genauso souverän meistern kann wie andere.
Damit verordne ich mir selbst eine Verhaltensveränderung.
Der Nutzen: Ich habe die Zahl der Situationen, in denen ich mich unwohl fühle, verringert.

Also:
Auf „Houston, wir haben ein Problem“ kommt hier die „Procedure“ (WIE gehe ich vor?)

1. Schreibe alle (möglichst viele) Situationen auf, in denen du dich unwohl fühlst oder in
Stress gerätst: wann, warum, wo, mit wem, wer war auch da, was genau hast du gefühlt…
(„Stress-Tagebuch“)

2. Vervollständige den Satz (je Situation)
Ich habe mich in dieser Situation unwohl gefühlt, weil…

3. Versuche zu beantworten:
Was hätte in dieser Situation sein müssen, damit ich mich wohl gefühlt hätte?

4. Versuche herauszufinden, worauf deine Reaktion des Unwohlseins zurück zu führen ist.
Welche deiner Überzeugungen, Glaubenssätze könnte dahinter stecken?

5. Prüfe, ob du den entsprechenden Glaubenssatz nicht „über Bord werfen kannst“.
Möglicherweise ist es für Sie einfacher, wenn Sie im Hinblick auf „Unwohlfühl-Situationen“ Ihre verschiedenen Lebensbereiche unterscheiden und getrennt betrachten:

– In welchen beruflichen Situationen fühle ich mich unwohl?
– In welchen privaten Situationen (Partnerschaft, Nachbarschaft, Sportverein etc. etc.) fühle
ich mich unwohl?

und dann nach dem oben beschriebenen Verfahren vorgehen.
Hier ein paar Beispiele:

– ich fühle mich gestresst, weil ich zu viele Überstunden machen muss
– in Gegenwart des Abteilungsleiters Schmitz fühle ich mich unwohl
– ich mag keine größeren Menschenansammlungen
– ich fühle mich unwohl, wenn ich mittags nicht zur gewohnten Zeit essen kann
– ich mag keine Konflikte
– ich fühle mich unwohl, weil ich wieder zugesagt habe gegen meinen eigenen Wunsch
– usw.

Selbstbeobachtung

Ich habe mich in der letzten Stunde mit dem Thema „Selbstbeobachtung“ beschäftigt.
Dazu habe ich, bei „Null beginnend“ mit einer Mind Map begonnen, d.h. den Begriff „Selbstbeobachtung“ in die Mitte eines Blattes Papier geschrieben und dann angefangen, rund um diesen Begriff herum alles zu notieren, was mir dazu einfiel, bzw. was ich recherchiert habe.

Es war ein Leichtes, einen Einstieg über Wikipedia zu finden.

Danach formulierte ich:
„Stellen Sie sich vor, Sie beobachten sich selbst aus 20m Höhe!“

Mit dem Ergebnis:
Diese Beobachtung zeigt mir, was ich TUE.
Und dass ich dies sehr genau beschreiben könnte.

Schreiben Sie mal sehr genau auf, was Sie alles tun, wenn Sie abends mit dem Wagen in Ihre Garage fahren.

Dann hab ich aufgeschrieben:
„Jetzt richten Sie Ihren Blick mal nach innen!“ und dann:
– Was sehen Sie?
– Was hören Sie?
– Was riechen Sie?
– Was schmecken Sie?
– Was fühlen Sie?
– Was empfinden Sie?
– Was denken Sie?

und gefolgt von der Frage:
„Was geht Ihnen gerade durch den Kopf“ mit den möglichen Antworten
– etwas Bestimmtes, nämlich….
– nichts Bestimmtes, nichts Konkretes, ich „tagträume“ eher, bin unkonzentriert, lasse mich ablenken.

Im zweiten Anlauf greife ich wieder zu dem von mir so geliebten Instrument der „W-Fragen“:

– WANN               soll ich mich selbst beobachten?
– WARUM           soll ich mich selbst beobachten?
– WAS                   genau soll ich an mir selbst beobachten?
– WER                   soll sich selbst beobachten?
– WEM/FÜR WEN            soll ich mich selbst beobachten?
– WIE                     soll ich mich selbst beobachten?
– WIE LANGE      soll ich mich selbst beobachten?
– WIE GUT           soll ich mich selbst beobachten?
– WIE OFT            soll ich mich selbst beobachten?
– WO                     soll ich mich selbst beobachten?
– WOMIT             soll ich mich selbst beobachten?
– WORAUFHIN  soll ich mich selbst beobachten?
– WORAUS          d.h. aus welcher Perspektive soll ich mich selbst beobachten?

 

Hier wird’s schon spannender:

Ja. WARUM soll ich mich selbst beobachten?
Soll ich mich dem im neuen Philosophie-Magazin beschriebenen Wahn der „Quantified Self“ Bewegung anschließen?
oder frage ich weiter:
was ist denn das gewünschte Ergebnis? Und wer wünscht das?
– was wäre denn das beste Ergebnis? Und woran wird das gemessen? Was ist der Maßstab?

Gerade erinnere ich mich an die Aufforderung „Geh mal in dich!“
War das nicht immer der Jargon der Eltern, wenn wir als Kinder etwas getan hatten, was ihnen missfiel? Das gab’s nie, wenn wir ihnen zu verstehen gaben, dass wir gerade glücklich sind.
„Geh mal in dich“ hieß: „Denk mal darüber nach, was du falsch gemacht hast.“

Also: Selbstbeobachtung auf Wunsch der Eltern als Folge eines Fehlverhaltens.
Wieviel haben wir davon als Glaubenssätze verinnerlicht?
Wieviel davon hat unsere Komfortzone mitgeprägt?

Aufforderung zur Selbstbeobachtung immer dann VON ANDEREN, wenn man gegen gültige Spielregeln verstoßen hatte und hat. „Im Knast hast du Zeit genug…..“
Bereue.

Die andere, weitaus spannendere Variante ist Selbstbeobachtung auf EIGENEN Wunsch, aus dem Antrieb, der Motivation heraus, sich selbst besser kennenzulernen (aber nicht mit dem Hintergrund der Selbstoptimierung der Quantified Self Bewegung) und der zweiten Anschlussfrage zu folgen:

Was wäre denn für mich selbst ein bestes Ergebnis?
Und auf Basis welchen Maßstabs?

Ich biete hier schon mal eine Antwort an:

Ein bestes Ergebnis könnte doch sein, die eigenen Grenzen kennenzulernen.
Und sich dann die Frage zu stellen: Welchen Nutzen hat es, diese Grenzen zu behalten?
Und was wäre, wenn ich diese Grenzen überschreite?

Blogstöckchen

Mein Facebook-Freund Karl Morlock stand gestern hinter mir im Garten, ich fühlte seine 38-er im Rücken und hörte ihn sagen:
“Mein Freund (er zog das “Freund” so merkwürdig in die Länge), du schreibst jetzt ein Blogstöckchen, sonst….”
aber das verrate ich jetzt nicht.

Karl [und natürlich Melanie Schellack]: Danke für eure Einladung.
Hier also mein Stöckchen:

So arbeite ich / Blogger-Typ:
Initialzündung für meine Themen hier waren Antworten von Bachelorstudenten auf meine Frage: “Wo seht ihr euch in 5 und/oder in 10 Jahren”?
Sie reichten von absoluter Verständnislosigkeit (Hä???) über Ablehnung (Heute kann man doch eh nix planen) bis hin zu Lebensentwürfen der
bekannten Art (Partnerschaft, Familie, Kinder Häuschen etc.)
Mein Anliegen ist also, einerseits solch jungen Leuten, aber auch älteren Menschen in Krisensituationen Hilfe zur Selbstführung (meinethalben
auch: Selbstmanagement) anzubieten, Möglichkeiten aufzuzeigen, wie man in der heutigen Zeit schneller Veränderungen und Orientierungslosigkeit
sein Leben “in die eigenen Hände” nehmen kann.

Gerätschaften digital:
Laptop und iPhone, manchmal auch ein Netbook, demnächst wahrscheinlich auch ein Tablet.

Gerätschaften analog:
Mein Hirn und das wunderbare System “DAISY”: ein auf DIN A6 Größe basiertes Zettelsystem.
Dazu gibt es Plastikmäppchen in unterschiedlichen Farben. Wann immer ich unterwegs bin, habe ich ein Mäppchen mit ausreichend Zetteln
bei mir und kann immer und überall Ideen notieren, visualisieren etc.

Arbeitsweise
Mein Thema Selbstführung hat auch dazu beigetragen, dass ich heute weniger, bzw. grober plane als in der Zeit meiner Festanstellung.
Ausgehend von Covey’s Ansatz habe ich zu Beginn meiner Selbständigkeit meine Rollen und die darin verbrachte Zeit analysiert und bin
von dem Ergebnis ausgehend hingegangen, mir für jeden meiner Lebensbereiche Ziele zu setzen.
Leitfrage: Was muss sein, damit ich mich in 10 Jahren so richtig wohlfühle?
Ein Check erfolgt hier quartalsweise.
Tagesgeschäft und Aktionen resultieren aus den Facebook-Inputs meiner privaten und meiner “Geschäftsseiten” auf Facebook.

Welche Tools nutzt du…?
Die klassischen Officetools, WordPress, Google (intensiv auch Google Scholar), Facebook, weniger Twitter und Google+.

Wo sammelst du deine Blogideen?
aus der Fachpresse, d.h. (nach wie vor) Zeitschriften und Bücher, auf die ich in den sozialen Medien hingewiesen werde sowie im Austausch
mit Freunden, Kollegen etc.

Was ist dein bester Zeitspar-Trick…?
brauche ich momentan nicht, 😉

Benutzt du eine To-Do-List App? Welche?
DAISY 
hat z.B. farbige Mäppchen. Mein rotes Mäppchen enthält immer eine aktuelle handschriftliche ToDo-Liste.

Gibt es neben Telefon und Computer ein Gerät, ohne das du nicht leben kannst?
Da ich mit dem iPhone auch gute Fotos machen kann: nein.

Gibt es etwas, was du besser kannst als andere?
Man sagt mir ausgezeichnete Analysefähigkeit und konzeptionelle Stärke nach…..

Was begleitet dich musikalisch beim Bloggen?
Nichts. Bin nicht multitasking-fähig 😉

Wie ist dein Schlafrhythmus – Eule oder Nachtigall?
Eule trotz präseniler Bettflucht 😉

Eher introvertiert oder extrovertiert?
Introvertiert, aber erfahrungsbedingt flexibel.

Wer sollte diese Fragen auch beantworten?
kann ich schlecht sagen, vielleicht Jürgen Schwiedessen, Wilhelm Lahr und Hans Peter Müller.

Der beste Rat, den du je bekommen hast?
Lebe dein Leben nicht erst nach Renteneintritt.

Noch irgendetwas wichtiges?
Yepp. Ich wünschte mir, das alle Firmen ihren Mitarbeitern erlauben würden, social media zu nutzen
verbunden mit der Message: Arbeiten darf ausdrücklich auch Spass machen.

Und ein Riesen-Dankeschön an alle Freunde und Bekannte, die es ebenso wie ich vorziehen, sich lieber mit
Menschen zu umgeben, die einen “hochziehen” als mit Leuten, die einen “runterziehen”.